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Viele Therapieformen – ein Ziel

Alle psychologischen und psychotherapeutischen ADHS Behandlungen haben das Ziel, Fähigkeiten bei dem Patienten zu entwickeln, die es ihm ermöglichen, besser mit der Erkrankung und deren Symptomen zurecht zu kommen. Oft empfiehlt sich eine zusätzliche unterstützende Behandlung mit einem Medikament, zum Beispiel einem Psychostimulanz.

Langfristig wird sich eine individuell abgestimmte Kombination aus medikamentöser, psychologischer und bei Kindern und Jugendlichen auch pädagogischer Behandlung für die meisten ADHS-Patienten am vorteilhaftesten auswirken6.

Die geeignetsten Therapieformen bei ADHS sind:

Spieltherapie

Spieltherapie

In der Spieltherapie können die Kinder ihre Gefühle und Konflikte verarbeiten. Im Spiel haben sie die Möglichkeit, verdrängte Erfahrungen, die sie mit ihren Mitmenschen gemacht haben, auszudrücken und sie auf spielerischer Ebene erneut zu durchleben.

Bei der direktiven Spieltherapie geschieht das unter Aufsicht des Therapeuten, der die Verantwortung zur Führung und Interpretation übernimmt. Die non-direktive Spieltherapie, bei der Verantwortung und Führung dem Kind überlassen werden, eignet sich nicht für ADHS-Kinder2.

Psychomotorik

Psychomotorik

Diese Therapieform fördert die Entwicklung der Grob- und Feinmotorik und beeinflusst das Verhalten der Kinder. Zudem wird ihre Wahrnehmung (Selbst- und Fremdwahrnehmung) geschult. Die Therapie orientiert sich an den aktuellen Schwierigkeiten der Kinder. Spielerisch lernen sie ihr Verhalten und ihre Bewegungen zu steuern und den richtigen Umgang mit anderen Kindern in der Gruppe zu finden. Die Therapieform kann neben der Gruppen- auch in der Einzelbehandlung durchgeführt werden2.

Elterntraining

Elterntraining

Das Elterntraining ist vor allem für Eltern gedacht, deren Kinder im Vorschul- und Schulalter sind. Im Elterntraining werden Kenntnisse über das Störungsbild vermittelt und die Eltern werden über die Ursachen, Auswirkungen und Symptome der Störung aufgeklärt7. Dabei lernen sie angemessen mit den Defiziten ihres Kindes umzugehen und vor allem Grenzen in der Erziehung zu setzen8. Das Elterntraining trägt dazu bei, Konflikte in der Familie zu entschärfen und für die Zukunft zu vermeiden.

Familientherapie/Eltern-Kind-Therapie

Familientherapie/Eltern-Kind-Therapie

Die beiden Therapieformen entwickelten sich aus der Erfahrung heraus, dass in der Einzelbehandlung zwar Erfolge zu erzielen, diese aber oftmals nur von begrenzter Dauer sind. Es gibt verschiedene Formen der Familientherapie, die auf unterschiedlichen therapeutischen Ansätzen beruhen, wie z. B. die Psychoanalyse und die Verhaltenstherapie. Die Familientherapie geht davon aus, dass bei den Familienmitgliedern Selbstheilungskräfte vorhanden sind, die durch den Therapeuten mobilisiert werden können. Die Inanspruchnahme solcher Therapieformen ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Familienbeziehungen bereits massiv gestört und Konflikte ohne Hilfe von außen nicht mehr zu lösen sind. Die Familientherapie muss nicht ausschließlich auf die Familie begrenzt bleiben, sondern kann auch Lehrer und andere, für die Entwicklung des Kindes wichtige Personen mit einbeziehen2,8,9.

Verhaltenstherapie (kognitive)

Verhaltenstherapie (kognitive)

Die Verhaltenstherapie gilt ab dem Schulalter als die erfolgversprechendste Psychotherapieform7. Es wird davon ausgegangen, dass jedes Verhalten nach bestimmten Prinzipien erlernt, aufrechterhalten und auch wieder verlernt werden kann. Diese Therapie zielt darauf ab, neue Einstellungen und Verhaltensweisen zu erarbeiten, die eine bessere Lebensqualität für alle Betroffenen ermöglichen. Sie kann in Form von Einzelgesprächen oder in der Gruppe unter Einbeziehung wichtiger Bezugspersonen erfolgen9. Am Ende der Therapie sollten die Patienten angemessener auf zukünftige Anforderungen reagieren können2,7.

Soziales Kompetenztraining

Soziales Kompetenztraining

Das soziale Kompetenztraining empfiehlt sich bei Defiziten im Sozialverhalten und hat zum Ziel, das Einfühlungsvermögen (Empathie-Fähigkeit) des Patienten mit ADHS zu fördern und damit sein Verhalten zu prägen. Aufmerksamkeitsstörung und Impulsivität können ebenso positiv beeinflusst werden8. Lehrer haben die Möglichkeit, das Training auch in der Schule durchzuführen, um aggressive und schwierige Kinder besser in den Klassenverband einzugliedern.

Beschäftigungs- und Ergotherapie

Beschäftigungs- und Ergotherapie

Bei der Beschäftigungstherapie sollen die Patienten durch kreatives Arbeiten schöpferische und gestalterische Kräfte entwickeln, um die Anforderungen im Alltag besser bewältigen zu können. Zur Anwendung kommen u.a. Elemente von Musiktherapie, kreativem Arbeiten, kognitivem Training, Entspannungstherapien und sozialem Training.

Die Ergotherapie setzt sich aus den zwei Bereichen Beschäftigungs- und Arbeitstherapie zusammen und kann in Einzel- oder Gruppenbehandlung durchgeführt werden. Die aktive Auseinandersetzung mit den angebotenen Techniken, Materialien und Medien und die gefundenen Umsetzungsmöglichkeiten stärken das Selbstvertrauen und helfen, den Alltag zu bewältigen. Konzentration, Gedächtnis und Ausdauer werden dabei ebenfalls geschult. In der Gruppe können die Patienten ihre Kommunikationsfähigkeit und das Arbeiten im Team trainieren2.

Neurofeedback/EEG-Biofeedback

Neurofeedback/EEG-Biofeedback

Beim Neurofeedback werden die Gehirnströme gemessen und über spezielle Geräte rückgemeldet. Durch dieses Feedback werden körperinnere Funktionen der Wahrnehmung zugänglich gemacht und dann versucht, diese unter willentliche Kontrolle zu bringen. Daraus ergibt sich eine verbesserte Selbstregulationsfähigkeit. Bei dieser Methode lassen sich die Symptome der Aufmerksamkeit und Konzentration, der Impulsivität und milde Formen der Hyperaktivität verbessern. Verhalten und Lernen, schulische Erfolge und Selbstbewusstsein können ebenfalls positiv beeinflusst werden.