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Beeinträchtigungen durch ADHS

Während Kinder mit ADHS häufig Unterstützung durch ihre Eltern oder andere Bezugspersonen erhalten, fällt diese Hilfestellung während des Erwachsenwerdens Stück für Stück weg. Die Anforderungen steigen und der Erwachsene muss seinen Alltag eigenständig strukturieren und bewältigen. Dass hier die Symptome einer ins Erwachsenenalter fortbestehenden ADHS im Weg stehen können, ist nicht verwunderlich.

Herausforderungen in Ausbildung und Beruf

In Studien fand man heraus, dass Erwachsene mit ADHS im Vergleich zu gesunden Probanden häufig niedrigere Schulabschlüsse erreichen und ein höheres Risiko haben durch Prüfungen zu fallen. Zusätzlich besteht eine höhere Schulabbruchrate.16  Auch eine Ausbildung mit Abschluss zu beenden wirft für ADHS-Betroffene größere Probleme auf als für Gesunde. Dadurch gestaltet sich dann später die Arbeitsplatzsuche schwieriger.

Ist eine Arbeit gefunden, verlieren Erwachsene mit ADHS häufiger ihren festen Arbeitsplatz. Bei der Arbeit berichten viele Betroffene von Problemen mit Kollegen oder Vorgesetzten. Häufiges zu spät Kommen, Flüchtigkeitsfehler und Probleme, angefangene Aufgaben auch zu Ende zu bringen, sind für Erwachsene mit ADHS nicht selten.16  Häufigere Arbeitsplatzwechsel sind daher nicht ungewöhnlich. In einer Befragung gaben mehr als 80% der Befragten mit ADHS an, dass die Erkrankung negative Auswirkungen auf ihr Berufsleben hatte.17

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Probleme im zwischenmenschlichen Miteinander

Wutausbrüche, unüberlegtes Handeln, ausschweifendes Reden ohne andere zu Wort kommen zu lassen und Schwierigkeiten beim Zuhören sind typische Auswirkungen einer ADHS.18,19 Aber auch rasch wechselnde Stimmungsschwankungen sind für die Familie, Freunde oder Arbeitskollegen oft schwer nachvollziehbar. Diese Verhaltensweisen bewirken, dass es Betroffenen manchmal schwer fällt mit den Menschen in ihrer Umgebung zurecht zu kommen. Das Aufbauen und insbesondere das Aufrechterhalten intensiver Freundschaften gelingt durch die Symptome der ADHS oft weniger gut als bei Menschen ohne ADHS. Auch Partnerschaften werden manchmal auf eine harte Probe gestellt. Rund ein Viertel der Betroffenen berichten daher auch von Schwierigkeiten mit ihren Partnerbeziehungen.17

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Riskante Verhaltensweisen können schwerwiegende Folgen mit sich bringen

Als Folge ihrer Störung mit unüberlegten Handlungen (Impulsivität) und schlechterer Konzentrationsfähigkeit (Aufmerksamkeitsstörung) verhalten sich Erwachsene mit ADHS im Straßenverkehr im Schnitt risikobereiter als andere. Bei ihnen liegt die Tendenz schneller zu fahren, Verkehrsregeln zu missachten und Verkehrsunfälle zu bauen wesentlich höher.16,21

Selbst langsames Autofahren kann für sie ungünstig sein, weil dann die Konzentrationsschwierigkeiten deutlicher in den Vordergrund treten können.16

Aber nicht nur im Straßenverkehr verhalten sich Erwachsene mit ADHS riskanter als andere, auch sexuelles Risikoverhalten ist typisch, was durch impulsive, unüberlegte Handlungen bedingt sein kann. Im Vergleich zu anderen Menschen besteht bei Erwachsenen mit ADHS ein viermal höheres Risiko sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit anzustecken.22 Außerdem werden Menschen mit ADHS im Vergleich zu anderen häufiger ungeplant schwanger, beziehungsweise Vater.23

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Geringeres Selbstbewusstsein

Als Folge ihrer Verhaltensbesonderheiten, die durch die biologisch verursachte andere Arbeitsweise ihres Gehirns bedingt sind, stoßen Menschen mit ADHS in ihrem Umfeld häufig seit ihrer Kindheit auf Unverständnis. Schnell kann sich dann das Gefühl entwickeln „nicht gut genug“18 zu sein. Ein Drittel aller Erwachsenen mit ADHS, die in einer Untersuchung befragt wurden, hatten daher das Gefühl, dass sich ihr ADHS negativ auf ihre Psyche und ihr Selbstbewusstsein auswirkt.17,24

Weitere psychische Erkrankungen sind keine Seltenheit

Nicht zuletzt leiden Erwachsene mit ADHS häufig unter zusätzlichen Erkrankungen, die neben den eigentlichen Kernsymptomen einer ADHS auftreten. Zu den häufigsten Begleiterkrankungen einer ADHS zählen Depressionen, manisch-depressive Erkrankungen, Angststörungen, antisoziale und Borderline-Persönlichkeitsstörungen sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch.25 Außerdem berichten viele Betroffene von Schlaf-, Lern- oder Tic-Störungen.26 Stellt der Arzt die ADHS-Diagnose, ist es wichtig, dass gleichzeitig auch die Begleiterkrankungen im Auge behalten werden, um eine geeignete ADHS-Therapie wählen zu können, die möglichst keine nachteiligen oder sogar verbessernden Auswirkungen auf die weitere Erkrankung haben sollte.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Begleiterscheinungen, die zusammen mit ADHS auftreten können.

 

 

 


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