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Begleiterkrankungen

Begleiterkrankungen - der Arzt sagt „Komorbiditäten“ -  sind Erkrankungen, die zusätzlich zu den eigentlichen Kernsymptomen einer ADHS auftreten können. Gerade in Zusammenhang mit ADHS treten häufig weitere psychiatrische Störungsbilder auf. Studien haben ergeben, dass 65 bis 89 % der Erwachsenen mit ADHS neben ihrer ADHS mindestens eine Begleiterkrankung haben.28 Es ist wichtig, dass  daran gedacht wird, während die Untersuchungen zur Feststellung einer ADHS in Gang sind, da sie häufig auch bei der Wahl der Behandlungsmaßnahmen für die ADHS mit in Betracht gezogen werden müssen.

Die häufigsten Begleiter der ADHS

Zu den häufigsten Begleiterkrankungen einer ADHS zählen Depressionen, manisch-depressive Erkrankungen – auch bipolare Störungen genannt, Angststörungen, antisoziale und Borderline-Persönlichkeitsstörungen sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch.25 Außerdem berichten viele Betroffene von Schlaf-, Lern- oder Tic-Störungen.26

Auch rasche, unkontrollierte Stimmungswechsel können begleitend auftreten. Betroffene klagen über ständige Reizbarkeit, Wutausbrüche und eine verminderte Frustrationstoleranz. Studien belegen, dass bis zu 70% der Erwachsenen mit ADHS eine sogenannte emotionale Dysregulation aufweisen.29 Diese kann gerade die zwischenmenschlichen Beziehungen sehr belasten.30

Zudem ist das Selbstbewusstsein Erwachsener mit ADHS häufig stark reduziert. Häufig stoßen sie seit ihrer Kindheit auf Unverständnis und Kopfschütteln in ihrem Umfeld. Schnell kann sich dann das Gefühl entwickeln „nicht gut genug“18 zu sein. Ein Drittel aller Erwachsenen mit ADHS haben daher das Gefühl, dass sich ihr ADHS negativ auf ihre Psyche und ihr Selbstbewusstsein auswirkt.17,24

Begleiterkrankungen können ADHS-Diagnose erschweren

Die Wechselbeziehungen zwischen ADHS-Symptomen und weiteren psychiatrischen Erkrankungen erschweren dem Arzt manchmal die Abgrenzung der Störungsbilder. Das heißt, es ist schwer zu sagen, welche Krankheit vorliegt, oder aber welche von zwei Krankheiten die meisten Probleme macht und welche weniger im Vordergrund steht. Dies hat manchmal auch zur Folge, dass eine ADHS zunächst und manchmal über lange Zeit nicht erkannt wird. Ist ADHS dann schließlich diagnostiziert, sind die Begleiterkrankungen häufig auch entscheidend für die Wahl einer Therapie. Behandelt wird normalerweise immer zunächst jene Erkrankung, die die größere Beeinträchtigung verursacht.

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