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ADHS – mögliche Begleit- und Folgeerkrankungen

In mehr als der Hälfte aller Fälle haben Kinder und Jugendliche mit ADHS eine Begleiterkrankung, eine sogenannte komorbide Störung.

Oft werden die Begleiterkrankungen eher erkannt und behandelt als die ADHS-Erkrankung. Der Erfolg der Behandlung kann dann unbefriedigend sein, weil die ADHS-Symptomatik  bestehen bleibt und weiterhin Beschwerden und Probleme verursacht.

Häufige Begleiterkrankungen (Komorbiditäten)

Zu den häufigen Begleiterscheinungen zählen:

  • Störungen des Sozialverhaltens
  • Angststörungen
  • Depressionen und andere affektive (d.h. die Stimmung betreffende) Störungen, wie z.B. die manisch-depressive Erkrankung
  • Tic-Störungen oder Tourette-Syndrom

Oftmals finden sich außerdem sogenannte umschriebene Entwicklungsstörungen und Teilleistungsschwächen wie Legasthenie und Dyskalkulie. Schließlich kann ADHS auch von einer Lernbehinderung begleitet werden.

Solche zusätzlichen Störungen bzw. Erkrankungen bedürfen einer gesonderten und gezielten Behandlung. Es ist daher wichtig, so früh wie möglich einen Experten aufzusuchen, der die verschiedenen Krankheitsbilder  voneinander abgrenzen kann. Dann kann die Behandlung gezielter erfolgen und hat größere Chancen auf eine befriedigende Wirkung.

Mögliche Beschwerden, die als Folge der Belastungen durch die ADHS bestehen können

Bei ADHS können nicht nur verschiedene Begleiterkrankungen (s.o.) auftreten. Durch die vielfältigen Belastungen, die die Patienten und ihr gesamtes Umfeld durch die Störung erleben, können sich in der Folge vielfältige zusätzliche Beschwerden entwickeln. Diese haben nicht das Ausmaß einer eigenen Erkrankung wie bei den Begleiterkrankungen (Komorbiditäten), aber sie verdienen auch Beachtung und können durch geeignete Maßnahmen gebessert werden.
Zu diesen Beschwerden als Folge der ADHS zählen unter anderem:

Schwierigkeiten im sozialen Umfeld

Vor allem Kinder, die in mehr als zwei Lebensbereichen von ADHS betroffen sind, haben sich mal einigermaßen gut im Griff, mal weniger. Auf ihre Umwelt wirken sie aufgrund dieser Impulsivität oft unberechenbar, was den Aufbau von Beziehungen zu Gleichaltrigen erschwert und auch das Verhältnis zu Familienmitgliedern schwer belasten kann.
Mit Geschwistern oder anderen Kindern geraten sie häufiger in Streit. Keiner will mit ihnen spielen. Die betroffenen Kinder spüren diese Ablehnung meist sehr deutlich und ziehen sich zurück.

Ängste und niedergeschlagene Stimmung

Kinder und Jugendliche mit ADHS erleben oft schon früh Misserfolge, Strafen, Kränkungen und Blamagen. Häufig fehlt ihnen Anerkennung und ein Gefühl der Zugehörigkeit. Infolge dessen kann das Selbstwertgefühl erheblich gestört werden.

Betroffene erleben sich selbst oft als unzuverlässig, inkonsequent und als Versager. Das kann zu Selbstvorwürfen und einer niedergeschlagenen Stimmung führen. Fehlende soziale Kompetenzen verstärken Gefühle wie Angst und Schüchternheit. Versagensängste können so zum ständigen Begleiter werden36.

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