Keine Frage der Erziehung
Die Forschung der letzten Jahrzehnte hat deutliche Fortschritte gemacht, aber noch keine vollständige Aufklärung der Ursachen von ADHS erzielen können.
Sicher ist jedoch, dass es sich bei ADHS um eine neurobiologische Funktionsstörung handelt, die auf einer Fehlregulierung wichtiger Botenstoffe im Gehirn basiert.
Dementsprechend belegen wissenschaftliche Studien klar, dass die elterliche Erziehung nicht die Ursache von ADHS ist.
Genetische Veranlagung
Sicher ist auch, dass die Fehlregulierung im Hirnstoffwechsel in hohem Maße von genetischen Faktoren abhängt. Darum sind nicht nur häufig mehrere Kinder einer Familie betroffen, sondern möglicherweise auch ihre Eltern und später ihre eigenen Kinder.
Fehlleitung im Gehirn
Untersuchungen bei ADHS Patienten zeigen deutliche Auffälligkeiten in den Botenstoffsystemen des Gehirns, die für die Informationsübertragung zuständig sind.
In diesem Filmbeitrag können Sie sich die Wirkweise im Detail ansehen.
Wirkmechanismus Atomoxetin - Animation
Besonders betroffen sind dabei die Teile des Gehirns, die beim Ordnen der Gedanken und der Steuerung der Aktivität eine wichtige Rolle spielen.
So werden einströmende Reize aus der Umwelt nicht in die richtigen Bahnen gelenkt, und wichtige und unwichtige Wahrnehmungen können schlecht voneinander unterschieden werden. Dies beeinträchtigt besonders die Lern- und Aufmerksamkeitsfunktionen und führt zu den typischen ADHS-Kernsymptomen:
- leichte Ablenkbarkeit
- schlechte Konzentration
- Impulsivität
- Motorische Unruhe
Aufgrund der neurobiologischen Ursachen werden in modernen Therapieansätzen neben der Verhaltenstherapie sehr erfolgreich unterstützende, medikamentöse Therapieelemente eingesetzt.


