Zur Häufigkeit von ADHS gibt es unterschiedliche Annahmen. Das Bundesministerium für Gesundheit geht davon aus, dass 2 bis 10 Prozent aller Kinder,
Jugendlichen und
Erwachsenen an ADHS leiden (1). Nach Angaben der
Kinderärzte sind in Deutschland etwa 3 - 4 Prozent aller Kinder im Grundschulalter und 2 Prozent aller Jugendlichen betroffen. Jungen leiden 3 - 9 mal häufiger an der Störung als Mädchen (2). Bei Erwachsenen wird davon ausgegangen, dass etwa ein Prozent an ADHS leidet (3). Die Zahl der diagnostizierten Patienten ist deutlich geringer als bspw. in den USA. Ursache dafür ist die weniger verbreitete Kenntnis des
Krankheitsbildes bei Kinderärzten, Lehrern, Psychologen, aber auch Eltern.
Vermutungen, die Erkrankung habe heute zugenommen und sei ein Zeichen unserer Zeit, sind nicht belegt. Der ADHS wird vielmehr eine größere Beachtung geschenkt. Einerseits ist das auf neuere
Diagnosemethoden zurückzuführen, die eine ADHS heute deutlicher von einer anderen Störung abgrenzen. Auf der anderen Seite hat es Veränderungen in der Familienstruktur und Erziehung gegeben. In den auf 1 - 2 Kinder geschrumpften Familien wird jedem einzelnen Kind ein größerer Stellenwert eingeräumt, als dies noch in den kinderrreichen früheren Großfamilien der Fall war. Es werden auch größere Anforderungen an die Kinder gestellt, die sie überfordern können. Kinder mit einer Aufmerksamkeitsstörung sind in besonderem Maße durch Streß- und Stimulation erregbar und störbar. Da die letzten Jahrzehnte durch eine Zunahme an Stress und Hektik sowie durch höhere Anforderungen gekennzeichnet sind, treten die
Symptome der Erkrankung möglicherweise deutlicher hervor und werden zudem häufiger diagnostiziert.
Dr. Wolff, Georg, Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Hannover:
www.adhs-hilfe.de/
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