Praktische Tipps für Ihren Unterricht
ADHS in der Schule bedeutet nicht nur eine Beeinträchtigung für das betroffene Kind, sondern erschwert es Ihnen als Lehrer auch, einen geordneten Unterricht durchzuführen.
Die folgenden Tipps sollen Sie im täglichen Umgang mit ADHS im Unterricht unterstützen und Ihnen Mittel und Wege aufzeigen, betroffenen Kindern zu helfen.
Grundlagen
Grundlagen
- Bauen Sie eine positive Lehrer-Schüler-Beziehung auf.
- Arbeiten Sie eng mit den Eltern des Kindes zusammen und vermeiden Sie gegenseitige Schuldzuweisungen.
- Vermeiden Sie Ablenkung. Weisen Sie dem betroffenen Kind einen festen Sitzplatz in Ihrer Nähe zu.
- Sorgen Sie bei Unterrichtsbeginn für Ruhe, um einen gemeinsamen Aufmerksamkeitsfokus zu schaffen.
- Sorgen Sie dafür, dass nur die aktuell benötigten Materialien auf dem Tisch liegen.
- Schaffen Sie klare Unterrichtsstrukturen. Unterteilen Sie Aufgaben in Zwischenschritte. Lerneinheiten sollten kurz und kompakt sein und besonders in den ersten Schulklassen durch Bewegungspausen unterbrochen werden. Fassen Sie Arbeitsergebnisse in Merksätzen zusammen. Üben und vertiefen Sie wichtige Lerneinheiten durch Wiederholung.
- Gestalten Sie den Unterricht möglichst abwechslungsreich - nutzen Sie dazu verschiedene didaktische Mittel.
- Beweisen Sie Ausdauer, Geduld und Standhaftigkeit. Wiederholen Sie Vereinbarungen und Arbeitsanweisungen immer wieder mit Nachdruck, aber ohne Erregung.
- Suchen Sie die Zusammenarbeit mit anderen Lehrkräften, Beratungslehrern und Schulpsychologen.
- Versuchen Sie mit außerschulischen Diensten zusammenzuarbeiten. Zum Beispiel Erziehungsberatungsstellen, Jugendämter, Ärzte, Kliniken und Therapeuten.
Achten Sie auf positive Motivation
Achten Sie auf positive Motivation
- Fördern Sie das Vertrauen und Selbstwertgefühl des Kindes. Heben Sie gute Fähigkeiten hervor und vermeiden Sie Bloßstellungen.
- Bestätigen und ermutigen Sie das Kind bei positivem Verhalten und Erfolgen sofort1. Lob und Verstärkung führen zu höherer Leistungsfähigkeit. Kritik hemmt.
- Kontrollieren Sie erteilte Aufgaben. Das Kind hat ein sehr starkes Bedürfnis nach Rückmeldung und Nähe.
Reagieren Sie bewusst auf störendes Verhalten
Reagieren Sie bewusst auf störendes Verhalten
- Achten Sie darauf, Regelverstöße nicht zu dramatisieren, sofern der Unterricht nicht über die Maßen gestört wird.
- Gehen Sie auf die emotionale Situation des Kindes ein. Machen Sie sich immer wieder klar, dass das ADHS-Kind ruhig und aufmerksam sein möchte, es aber aufgrund seiner Störung einfach nicht kann.
- Reagieren Sie auf Regelübertretungen unmittelbar und mit „natürlichen” Folgen statt Strafen. Zum Beispiel Wegsetzen nach Störung des Mitschülers.
- Reagieren Sie bei steigender Erregung oder verbalen Beleidigungen des Kindes gelassen und unterbrechen Sie es bestimmt. Solche Attacken sind nicht persönlich gemeint.
Kommunizieren Sie klar und einfach
Kommunizieren Sie klar und einfach
- Sprechen Sie betroffene Kindern grundsätzlich fest, ruhig und bestimmt an. Setzen Sie dabei verstärkt auf Blick- und Körperkontakt, zum Beispiel Berühren an der Schulter.
- Reagieren Sie immer kurz, knapp, sachbezogen und insbesondere vorwurfsfrei. Vermeiden Sie Grundsatzdiskussionen.
- Lassen Sie eindeutige Arbeitsaufräge immer vom Kind bestätigen.

