ADHS ist eine Erkrankung, die weit über die Kernsymptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität hinausgehen kann. ADHS kann sich auf viele Lebensbereiche der Betroffenen und deren Familien sowie auf die zukünftige Entwicklung des Kindes auswirken. Emotionale und soziale Faktoren spielen dabei eine entscheidende Rolle. Dennoch finden sie in der Behandlung bisher kaum entsprechende Berücksichtigung. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle internationale Umfrage bei Eltern und Ärzten.1
Welch maßgeblichen Einfluss ADHS darauf haben kann, wie ein Kind als selbstständiger Erwachsener die Zukunft bewältigen wird, dessen sind sich in Deutschland sowohl Eltern als auch Ärzte bewusst. Hierin sahen beide befragten Gruppen die größten Probleme der von ADHS Betroffenen. Im internationalen Durchschnitt hingegen erkannten deutlich mehr Ärzte als Eltern diese Schwierigkeiten. „Eltern sind mehr mit den Alltagssorgen im Hier und Jetzt beschäftigt“, deutete ADHS-Expertin Prof. Weiss die Unterschiede in den Ergebnissen. Auch im Ländervergleich zeigten sich in dieser Frage interessante Abweichungen. So erkannten in Mexiko vorrangig die Ärzte, in Japan dagegen die Eltern diese Tragweite von ADHS.
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Die wichtigste Voraussetzung für eine gute Zukunft ist eine glückliche Kindheit. Darin waren sich Eltern und Ärzte weltweit einig. In Deutschland bewerteten 71 % der Eltern und 77 % der Ärzte „glücklich und zufrieden sein“ als wichtigsten Faktor für ein gelungenes Leben. Ca. 50 % der Eltern und Ärzte erachteten „dauerhafte Freundschaften entwickeln“ für wichtig, doch nur 27 % der Ärzte dachten, dass Eltern dieser Punkt ein großes Anliegen sei.
Größte Sorgen bereiteten den Eltern die sozialen und emotionalen Schwierigkeiten ihrer von ADHS betroffenen Kinder. Ihrer Ansicht nach werden diese Aspekte von den Therapeuten zu wenig in den Behandlungsplan eingebunden. So wünschten sich fast drei Viertel der Eltern, dass der vorgeschlagene Behandlungsplan auch auf eine Verbesserung der sozialen und insbesondere der emotionalen Fähigkeiten abzielt. Obwohl die Ärzte in Deutschland die Bedeutung der sozialen und emotionalen Faktoren für die Entwicklung des Kindes etwa ebenso hoch einschätzten wie die Eltern, erhielten weniger als die Hälfte der von ADHS Betroffenen zum Zeitpunkt der Befragung eine Therapie, die die Entwicklung dieser Kompetenzen unterstützt. Interessante Ergebnisse brachte auch in dieser Frage des umfassenden Behandlungsplans der Ländervergleich, in dem Deutschland unter dem Durchschnitt lag.
„Die sozialen und emotionalen Fähigkeiten, die wir als Kinder entwickeln, wie Freundschaften mit anderen Kindern schließen oder unser Temperament unter Kontrolle bringen, begleiten uns unser ganzes Leben. Leider werden diese Fähigkeiten bei einigen Kindern mit ADHS nicht berücksichtigt, was im späteren Leben der Kinder zu Schwierigkeiten führen kann“, erläuterte Prof. Weiss, die die Umfrage begleitete. „Als Eltern und Ärzte ist es unser Ziel, sicherzustellen, dass ein Kind mit ADHS zu einem unabhängigen Erwachsenen heranwachsen kann und in der Lage sein wird, alles, was es will, zu erreichen“ , so die Expertin.
Für eine gute Zusammenarbeit mit dem Arzt sind Ihre Einschätzungen und Beobachtungen sehr wichtig. Führen Sie regelmäßig eine detaillierte Liste über das Verhalten Ihres Kindes und über auffällige wiederkehrende Situationen.
Nehmen Sie zu den Arztterminen Antworten zu den folgenden Punkten mit:
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