Eine innovative ADHS-Therapie kann nach neuesten Erkenntnissen auch die Lebensqualität und die emotionale Befindlichkeit verbessern. Für eine normale Entwicklung des betroffenen Kindes kann dies von großer Bedeutung sein.
Leidet ein Kind an ADHS, kann dies nicht nur Auswirkungen auf die schulische Leistungsfähigkeit haben. Besonders stark beeinträchtigt können auch die Lebensqualität und die emotionale Befindlichkeit sein, die unter anderem mit dem Selbstwertgefühl, der Zufriedenheit und dem Wohlbefinden des Kindes zusammenhängen. Sowohl Untersuchungen im Rahmen von Studien als auch das öffentliche Interesse konzentrierten sich aber bislang hauptsächlich auf die erfolgreiche Behandlung der Kernsymptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität.
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Experten fordern jedoch mehr Weitblick in der Behandlung von ADHS. „Wenn eine medikamentöse Therapie angezeigt ist, dann nicht in erster Linie wegen des erhofften schulischen Erfolges. Vielmehr sollte sie dem Kind eine gesunde Entwicklung seiner Persönlichkeit ermöglichen“, unterstreicht Dr. Ulrich Kohns, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Psychotherapie.
Etabliert hat sich im Rahmen der ADHS-Behandlung der multimodale Therapieansatz. Dieser setzt sich aus einer Kombination unterschiedlicher Therapieformen zusammen, wie z. B. der Verhaltenstherapie, der Eltern-Kind-Beratung und gegebenenfalls der medikamentösen Therapie. Er sollte neben der Verbesserung der ADHS-Kernsymptome auch eine Verbesserung der Lebensqualität und emotionalen Befindlichkeit berücksichtigen. Dabei stehen unter anderem Zufriedenheit, Wohlbefinden, Belastbarkeit, Risikovermeidung und Leistungsvermögen im Vordergrund. Veränderungen in diesen Bereichen spüren nicht nur Eltern und Ärzte, sondern auch das Kind selbst wie eine aktuelle Studie aus Großbritannien kürzlich gezeigt hat.
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Wie hoch die emotionale Belastung bei Kindern mit ADHS ist, hat kürzlich das renommierte englische National Institute of Clinical Excellence (NICE)* unterstrichen: Kinder mit schwerer ADHS haben häufig ein niedriges Selbstbewusstsein, entwickeln emotionale und soziale Probleme und haben oft Leistungsschwierigkeiten in der Schule. Bestehen die Symptome von ADHS bis ins Jugend- und Erwachsenenalter fort, gehen sie oft mit anhaltenden emotionalen und sozialen Problemen, Substanzmissbrauch, Arbeitslosigkeit und Kriminalität einher .
Dies unterstreicht, wie bedeutend eine verbesserte emotionale Befindlichkeit sein kann. Wichtig ist, dass es im Rahmen der Therapie zu keiner Persönlichkeitsveränderung kommt. So kann das Selbstwertgefühl gestärkt werden und das Kind kann soziale Anerkennung erfahren. Auch eine bessere Integration in das soziale Umfeld kann so ermöglicht werden.
* National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE). 2006; online publiziert unter
www.nice.org.uk/page.aspx?o=TA098guidance.
„Meine drei Söhne leiden alle unter ADHS. Seit unser Ältester drei Jahre alt war, stießen wir in allen Kreisen, in denen wir uns bewegten, auf Probleme und Widerstand. Vor allem das Fehlverhalten, die mangelnde Konzentration und Ausdauer sowie die zwischenmenschlichen Schwierigkeiten machten uns sehr zu schaffen. In der Kindergartenzeit wurden unsere Kinder nur kritisiert: Max* ärgert andere Kinder, Peter* kann nicht sitzen bleiben und Felix* stört andere beim Spielen. Erzieherinnen und später auch Lehrer hatten einfach kein Verständnis für unsere Kinder. Die Jungs waren ein Störfaktor. Freunde distanzierten sich und auch Familienmitgliedern waren unsere drei „Unruhegeister“ einfach zu viel.
* Name durch die Redaktion geändert
In gewisser Weise kann ich die Reaktionen der Umwelt verstehen. Aber auch wir Eltern sind manchmal überfordert, machtlos und mit den Nerven am Ende! Statt Hilfestellung von Seiten des Kindergartens oder der Schule zu bekommen, hieß es aber immer nur: „So kann das mit ihrem Sohn nicht weitergehen. Er bringt mir die ganze Klasse durcheinander.“ Statt mit dem Kind über sein Fehlverhalten zu reden, wurde der schwarze Peter immer uns Eltern zugeschoben. Wir als Erziehungberechtigte sollten dafür sorgen, dass sich unsere Kinder immer brav und vorbildlich benehmen. Für uns kaum möglich! Ich würde mir daher mehr Aufklärungsarbeit in den Schulen wünschen, denn meine Erfahrung hat gezeigt, dass Lehrer leider kaum mit ADHS umgehen können (Anmerkung der Redaktion: Nutzen sie hierzu z. B. das Lehrer-Manual
„ADHS in der Schule“).
Da es so nicht weitergehen konnte, haben wir schließlich mit Kinderpsychologen Kontakt aufgenommen. Ohne Medikamente wäre uns ein Leben mit drei ADHS betroffenen Kindern kaum möglich. Vor allem unserem jüngsten Sohn, der eine besonders ausgeprägte Form von ADHS hat, geht es damit besser. Er scheiterte in seinem 8-jährigen Leben schon oft und hatte deshalb auch schon seelische Probleme. In der Grund- und später auch in der Förderschule litt er unter Versagensängsten. Seit September besucht er nun eine freie aktive Schule, was ihm sehr gut bekommt. Endlich kann er sich frei bewegen, seinem Rhythmus angepasst lernen und – was für dieses Kind besonders wichtig ist – keine Lernzielkontrollen schreiben. Misserfolge werden somit vermieden und das Selbstwertgefühl gestärkt.
Da unser zweiter Sohn auch Legastheniker ist, betreibe ich seit zwei Jahren eine kleine Legasthenie-Praxis, in der ich überwiegend mit ADHS betroffenen Kindern zusammenarbeite. Denn viele dieser Kinder haben eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, Legasthenie oder andere Lernschwierigkeiten. Diese Kinder sind es einfach wert, sich mit ihnen zu beschäftigen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Neulich meinte eine Mutter zu mir, diese drei Kinder wären mein Schicksal gewesen – um anderen betroffenen Kindern helfen zu können.“
C. H. aus B.
Basteln zu Ostern: Bunte Servietten-Eier
Material:
So geht’s:
Zunächst werden die Motive für die Ostereier vorbereitet. Dazu benötigt man Servietten mit bunten Ostermotiven, z. B. Osterhasen oder Küken. Daraus werden mehrere Motive ausgeschnitten und die einzelnen Schichten voneinander getrennt. Zum Aufkleben benötigt man nur die obere, bedruckte Serviettenlage. Der Tapetenkleister wird nun dünn auf das Ei aufgetragen und das erste Motiv festgeklebt. Am besten streicht man es mit dem Finger glatt. Nach und nach werden so die restlichen Motive aufgetragen, bis das Ei vollständig bedeckt ist.
Besonders schön sehen die bunten Eier an einem Osterstrauch aus. Zum Aufhängen befestigt man einen Bindfaden an einem kleinen Stück Streichholz und schiebt dieses durch eine der Öffnungen in das Ei.
Frohe Ostern!
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