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Newsletter 02 2008

Rituale unterstützen das Wohlbefinden von Kindern und Familie

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Strukturen sowie kleine Rituale im Alltag verhelfen dem Leben eines von ADHS betroffenen Kindes zu mehr Stabilität und Ordnung.

Freunde und Familie sind für Kinder besonders wichtige Bezugspunkte für ein gelingendes Leben. Eine bereits im vergangenen Newsletter vorgestellte ZDF-Umfrage ergab, dass 71 Prozent „total glücklich“ sind, wenn sie gemeinsame Zeit mit ihren Freunden verbringen können. Kinder, die von ADHS situationsübergreifend betroffen sind, wirken auf ihre Umwelt aber oftmals unberechenbar. Ihr impulsives und unaufmerksames Verhalten kann den Aufbau von dauerhaften Freundschaften erschweren1,2. Dies kann sich nachteilig auf das Selbstwertgefühl der Kinder auswirken3.

Verständlich, dass gerade für Kinder, die in eine Außenseiterposition geraten, die Familie einen wichtigen Anker darstellt. Doch häufig ist auch das Familienleben durch die Erkrankung bereits erheblich belastet. U. a. sind die Scheidungsraten bei Eltern eines Kindes mit ADHS bis zu fünfmal höher als in der Gesamtbevölkerung4.

 

         


Den Alltag ordnen

Ein wertvolles Hilfsmittel zur Strukturierung des Familienalltags kann die Einführung von individuellen Ritualen darstellen. Rituale können das „Wir-Gefühl“ der Beteiligten unterstützen und mehr Ordnung in ihr meist turbulentes Leben bringen. Das Besondere an einem Ritual ist dabei die symbolische Handlung. Feststehende Abläufe während eines Brauchs sorgen für Regelmäßigkeit und Strukturiertheit, die weniger Reibungen oder Diskussionen entstehen lassen. Ein Ritual kann bereits das Vorlesen der abendlichen Gute-Nacht-Geschichte sein, die zu einem ruhigeren Einschlafen beiträgt. Oder der wöchentliche Familienausflug am Sonntag, der das Beisammensein fördert und für den sich die ganze Familie bewusst Zeit nimmt.

Für Kinder mit ADHS, die ohnehin Schwierigkeiten haben, die vielen unterschiedlichen Reize des Alltags zu verarbeiten, stellen feste Strukturen durch Regeln und Rituale eine besonders wichtige Ordnung dar. Die Fähigkeit zur aktiven Aufstellung eigener Regeln kann durch eine geeignete medikamentöse Therapie unterstützt werden. Situationsübergreifend – das heißt über das Lernen in der Schule und das Erledigen von Hausaufgaben hinaus – Betroffene können von einer Medikation mit kontinuierlicher Wirkung bei 1x täglicher Gabe profitieren, die über die Wirkung auf die Kernsymptome hinaus auch eine bessere emotionale Befindlichkeit ermöglichen kann.

 

         


Gemeinsame Mahlzeiten stärken das Familienleben

Ein altbekanntes Ritual, das sich besonders als Familienbrauch eignet, kommt in der heutigen Zeit leider oft zu kurz: die gemeinsame Mahlzeit. Dabei fördert das tägliche Familienessen nicht nur die gemeinsame Kommunikation und schult so spielend den Umgang mit anderen Menschen, sondern trägt auch zu einem gesünderen Essverhalten bei. Kinder, die eine gemeinsame Mahlzeit am Tag einnehmen, sind z. B. seltener übergewichtig5. Zudem ist bekannt, dass sie sich nach einem vollwertigen Frühstück – z. B. mit Müsli oder Brot – in der Schule besser konzentrieren können und anschließend seltener zu Süßem wie Limo oder Schokolade greifen.

Folgende Tipps können zu einem harmonischen Essensritual beitragen:

  • Fernseher und Radio bleiben ausgeschaltet, damit man sich unterhalten kann und die Aufmerksamkeit dort ist, wo sie sein soll.
  • Negative Themen oder gar Streit – auch der Eltern – werden vermieden. Das hebt die Stimmung während der gemeinsam verbrachten Zeit und verbindet Essen mit etwas Positivem.
  • Formulieren Sie klare Regeln, die alle verstehen und sich merken können: wie z. B. „Reden ist erlaubt, Streiten verboten!“ oder „Erst wenn alle am Tisch sitzen, fangen wir an“.
  • Alle helfen mit! Ob beim Abräumen, dem Gemüse putzen oder dem Teig ausrollen. Werden alle Aufgaben verteilt, spart das Zeit und stärkt gleichzeitig das Gemeinschafts- und Selbstwertgefühl.
  • Ist für ein gemeinsames Frühstück morgens grundsätzlich zu wenig Zeit? Dann decken Sie den Tisch bereits am Abend (z. B. direkt nach dem Abendessen) so wie die Kleidung für den nächsten Tag noch vor dem Schlafengehen rausgelegt werden kann.

Rituale zum Osterfest

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Tipps & Tricks für den Alltag


Wird bald Ostern sein?

Kommt hervor, ihr Blümelein,

komm hervor, du grünes Gras,

komm herbei, du Osterhas,

komme bald und fehl mir nit,

bring auch deine Eier mit.

volkstümlich


Wenn sich draußen die ersten grünen Triebe zeigen und die Sonne anfängt, kräftiger zu werden, dann steht das Osterfest vor der Tür. Dem Brauch nach schmückt man das Haus oder die Wohnung mit traditionellen Ostersträußen: meist Birkenzweige, an denen bunt bemalte Eier aufgehängt werden. Für viele Familien ist das gemeinsame Frühstück am Ostersonntag ein besonders schönes Ritual. Schon am Vortag können österliche Tischdekorationen gebastelt werden, die dem Festtag das passende Ambiente verleihen. Schablonen und Anleitungen z. B. für bunte Eierbecher gibt es unter www.kinder-stadt.de/ostern.

Kinder freuen sich am Ostersonntag vor allem auf das alljährliche Eiersuchen. Damit der Spaß nicht so schnell vorbei ist und es ein Erlebnis für die ganze Familie wird, kann ein gemeinsames Ratespiel die Spannung zusätzlich erhöhen (siehe unten). Einzige Regel: Nach jeder Frage darf ein Osternest bzw. Osterei gesucht werden. Unabhängig davon, ob die Frage beantwortet werden konnte oder nicht. Hier zählt nur die Freude am Raten und Entdecken.

 

                     Quelle: Irisblende

 

Das Eiersucher-Quiz

Welches Tier bringt dem Volksglauben nach an Ostern die Eier?
Kuckuck, Fuchs, Hahn oder Hase?

Richtige Antwort: Alle Tiere. Dem neueren Brauch nach bringt der Hase am Ostersonntag die Eier. Jedoch diente in der Schweiz lange der Kuckuck als Eierlieferant. In Teilen von Westfalen und Hessen hatte der Fuchs, genauer gesagt der Osterfuchs, und in Thüringen der Hahn diese Aufgabe.

Was beginnt Aschermittwoch und endet Ostersonntag?
Die Fastenzeit, der Frühling oder ein Monat?

Richtige Antwort: Die Fastenzeit. Nach christlicher Tradition umfasst sie 40 Tage, 46 Kalendertage mit den Sonntagen. Der Aschermittwoch beschließt zudem die Faschings- bzw. Karnevals- oder Fastnachtszeit.

Wofür steht das „Grün“ im Gründonnerstag?
Für die Farbe des Frühlings, für das altdeutsche Wort „greinen“ oder weil diejenigen, die die Eier suchen, noch grün hinter den Ohren sind?

Richtige Antwort: Für das altdeutsche Wort „greinen“. Es heißt „weinen“ und steht für die Trauer über das letzte Abendmahl mit Jesus durch den Verrat von Judas sowie der bevorstehenden Kreuzigung.

Was feiern wir an Ostersonntag?
Den Geburtstag des Osterhasen, das letzte Abendmahl oder die Auferstehung von Jesus Christus?

Richtige Antwort: Die Auferstehung Jesu. Es ist der dritte Tag nach Karfreitag, dem Tag, an dem Jesus dem christlichen Glauben nach gestorben ist. 

Service

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Ein Klassiker – Das ADHS-Handbuch für Eltern

Wenn das eigene Kind von ADHS betroffen ist, stellen sich viele Fragen: Was ist ADHS für eine Erkrankung? Wie wird eine richtige Diagnose gestellt und welcher Arzt kann mir helfen? Welche Verhaltsregeln können mein Kind unterstützen? Wie vermeide ich Konflikte?

Antworten darauf gibt der Ratgeber „Das große ADHS-Handbuch für Eltern“ von Prof. R. A. Barkley. Der Autor greift auf über 25 Jahre Forschungs- und Therapieerfahrung zurück und zeigt Problemlösungen für viele Lebens- und Alltagsituationen auf. Auch die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten werden erläutert, der medikamentösen Behandlung ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Das Handbuch ist eine sinnvolle Ergänzung zur professionellen Betreuung durch einen Facharzt. So bietet es interessierten Eltern die Möglichkeit, ihrem Kind und sich selbst zu helfen.

 

Buch-Tipp

„Das große ADHS-Handbuch für Eltern“

452 Seiten, 4 Abbildungen, 8 Tabellen

R. A. Barkley

Verlag Hans Huber, Bern, Göttingen, Toronto, Seattle

ISBN 3-456-84262-7

26,95 Euro


 

Quellen

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  1. Barkley RA. Major life activity and health outcomes associated with attention-deficit/hyperactivity disorder. J Clin Psychiatry 2002; 63 (suppl 12):10-15.
  2. Harpin VA. The effect of ADHD on the life of an individual, their family, and community from preschool to adult life. Arch Dis Child 2005; 90; 2-7.
  3. Barkley RA. Major life activity and health outcomes associated with attention-deficit/hyperactivity disorder. J Clin Psychiatry 2002; 63 (suppl 12):10-15.
  4. Brown RT et al. Perceived family functioning, marital status, and depression in parents of boys with attention deficit disorder. J Learn Disabil 1989; 22:581-587.
  5. Ravens-Sieberer U, Wille N, Settertobulte W. Was fördert das gesunde Aufwachsen von Kindern in Familien? Kurzbericht zur Studie. 2007; online publiziert unter www.aok-bv.de

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ADHS-Webkonferenz.

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„ADHS? Ursachen, Diagnose und Therapie“ Aufzeichnung des Vortrags von Fr. Prof. Dr. Caby und anschließender Fragerunde.
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