Für Kinder mit ADHS enden die Probleme nicht mit dem Schuljahr. Doch die schulfreie Zeit kann sinnvoll genutzt werden: Für den Beginn einer ADHS-Behandlung oder die Umstellung einer nicht wirksamen Therapie.
Der 10-jährige Tim kann seine Ferien heute genießen. Doch das war nicht immer so, denn Tim hat ADHS. „Ich habe einfach immer Streit angefangen: Zuhause, im Kindergarten und in der Schule“, erinnert sich Tim. Fehlende Freundschaften zu Gleichaltrigen machten ihm vor allem in den Ferien zu schaffen. „Beim Fußball spielen oder im Schwimmbad wollte mich niemand dabei haben“, so Tim. Die Spannungen innerhalb der Familie nahmen in der freien Zeit zu. „Tim geriet vor allem mit seinem Vater noch häufiger aneinander als sonst“, berichtet die Mutter.
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Die Situation besserte sich erst, nachdem ein erfahrener Kinder- und Jugendarzt bei Tim im Alter von sieben Jahren ADHS diagnostizierte. Er riet den Eltern zunächst zu einer Verhaltenstherapie mit dem Jungen und einer Elternberatung, da diese Therapiebausteine bei vielen Kindern schon ausreichend sind. Im Fall von Tim brachte jedoch erst eine zusätzliche kontinuierlich wirkende medikamentöse Therapie den gewünschten Erfolg.
Für den Behandlungsbeginn wurden die Sommerferien gewählt. „So hatten wir nicht nur genügend Ruhe, um den Wirkungsaufbau des Medikaments zu verfolgen. Wir konnten auch endlich wieder unsere gemeinsamen Ausflüge ins Freibad genießen“, freut sich Tims’ Mutter. Die Sommerferien können für einen Therapiebeginn optimal sein. Da Familien in den Ferien viel gemeinsame Zeit verbringen, können sie erste positive Auswirkungen der Therapie früher wahrnehmen. Spürbar sind die Fortschritte des Kindes beispielsweise bei regelmäßigen Unternehmungen wie dem gemeinsamen Schwimmbadbesuch oder Ausflügen. Diese Beobachtungen sind auch für den behandelnden Arzt von Bedeutung. Denn Eltern können mit ihren Rückmeldungen, wie sich das Verhalten des Kindes verändert, zu einer Beurteilung des Therapieerfolgs wesentlich beitragen.
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Für Tims’ Familie war der Therapiebeginn in den Sommerferien die richtige Entscheidung. Der Junge konnte sich nicht nur im Unterricht besser einbringen. Es fiel ihm auch leichter, sich in die Klassengemeinschaft zu integrieren und Freundschaften zu knüpfen. Tims Lehrer bestätigte dem behandelnden Arzt bereits nach wenigen Schultagen die positive Veränderung des Jungen. „Heute geht es mir prima. Ich habe Freunde, die mich so mögen wie ich bin. Und im Fußballverein spiele ich sogar in der ersten Mannschaft. Auch mit meinen Eltern komme ich besser klar“, freut sich der 10-jährige.
Wie Tims’ Beispiel zeigt, ist eine frühzeitige ADHS-Therapie für eine normale Entwicklung des betroffenen Kindes wichtig. Neben den Kernsymptomen Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität kann eine kontinuierliche medikamentöse Behandlung auch die beeinträchtigte emotionale Befindlichkeit verbessern. Ein Therapiebeginn in den Sommerferien kann das Selbstwertgefühl des Kindes bereits in der schulfreien Zeit stärken. Es kann sich besser in das soziale Umfeld integrieren und soziale Anerkennung erfahren.
Im letzten Newsletter haben wir begonnen, IHRE Erfahrungen mit ADHS als Anregung und Hilfestellung für andere zu kommunizieren. In der heutigen Ausgabe haben wir einen Bericht mit aufgenommen, der alarmieren soll in der Hinsicht, rechtzeitig eine Abklärung der Diagnose zu suchen und gegebenenfalls die richtige Therapie zu beginnen.
L. N. aus B. „Auf ADHS bin ich erst vor kurzem aufmerksam geworden. Ich suchte wieder einmal Erklärungen für das Verhalten meines bereits lange erwachsenen Sohnes. In allem, was ich bisher über ADHS gelesen habe, finde ich ihn haargenau wieder.
Unser Familienleben war belastet
Als ich damals mein erstes Kind bekam, ahnte ich noch nichts von dem, was auf mich zukommen würde. Doch schon bald gab es Probleme. Mein Sohn wurde überall als Störenfried behandelt, worunter er bis heute leidet. Es gab Schwierigkeiten im Kindergarten, in der Schule und auch in unserer Familie. Er hatte kein Selbstwertgefühl, war unglücklich und kam nirgends zurecht. Für seine Probleme wurden wir als Eltern verantwortlich gemacht. Keiner kann sich vorstellen, wie diese Vorwürfe unsere Familie belasteten. Damals war ich ständig auf der Suche nach Hilfe. Ich habe Lehrer, Psychiater und Kinderärzte um Rat gebeten. Aber niemand konnte mir helfen. Von ADHS hatte zu dieser Zeit keiner gehört.
ADHS macht einsam
In vielen Situationen konnte ich das Verhalten meines Sohnes gut verstehen. Ich fühlte und dachte ähnlich wie er. Bei meiner Informationssuche musste ich feststellen, dass die Beschreibungen von ADHS auch auf mich zutreffen. Dadurch wurde plötzlich vieles in meinem Leben erklärbar: Mein chaotisches Verhalten, meine Ungeduld und mein Unverständnis für viele Dinge des Lebens. Die Beziehung zu meinem Sohn eskalierte als er in die Pubertät kam. Es kam so weit, dass er unsere Familie verließ und seitdem ein sehr einsames Leben führt. Er hat heute keinen Kontakt mehr zu mir, worüber ich sehr verzweifelt bin. Ich hoffe, dass meine Geschichte darauf aufmerksam macht, was ADHS für eine Familie bedeuten kann – selbst wenn die Kinder längst erwachsen sind.
Fahrradtouren mit Kindern
An warmen Sommertagen ist ein Ausflug mit dem Fahrrad ein tolles Erlebnis für die ganze Familie. Größere Kinder können ihre Umgebung auf dem eigenen Rad erkunden und dabei überschüssige Energie abbauen. Die Kleinsten gehen im Fahrradanhänger oder Kindersitz auf Tour. Damit der Ausflug der ganzen Familie Spaß macht, sollten Sie bei der Vorbereitung und unterwegs Folgendes beachten:
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Gute Fahrt!
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