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Newsletter 03 2008

Mancher Mensch hat ein großes Feuer in seiner Seele und niemand kommt, um sich daran zu wärmen.
                 
Vincent van Gogh, niederländischer Maler

Der Familienalltag mit einem von ADHS betroffenen Kind ist nicht immer einfach. Was für andere Familien Routine ist, kann zur täglichen Belastungsprobe für Eltern wie Kinder werden – vom morgendlichen Frühstück über die Erledigung der Hausaufgaben bis zum Spielen mit den Geschwistern. Die Erkrankung wirkt sich jedoch nicht nur auf den Alltag innerhalb der Familie aus. Auch das gesellschaftliche Leben kann dadurch beeinflusst werden.

Soziale Unterstützung entlastet das Familienleben

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Kinder mit ADHS haben oft Schwierigkeiten, Beziehungen zu anderen aufzubauen. Sie ecken beispielsweise durch ihre Impulsivität an oder geraten beim Spielen schnell in Streitereien mit Gleichaltrigen1,2 . Der Rückzug von gesellschaftlichen Aktivitäten scheint für manche Familien eine nahe liegende Lösung zu sein, um diesen Schwierigkeiten oder gar Anfeindungen von anderen aus dem Weg zu gehen. Doch gerade in belastenden Situationen sollte niemand ohne Unterstützung auskommen müssen. Gute Kontakte zu Verwandten, Freunden und Nachbarn können hier eine große Entlastung darstellen – sowohl für die Eltern als auch für das gesamte Familienleben. Viele nachbarschaftliche Kontakte tragen sogar zu einer höheren Lebensqualität der Familie bei, wie eine aktuelle Studie der AOK ergeben hat.3

Quelle: Irisblende

Stabile Beziehungen stärken das Selbstwertgefühl

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Die Einbindung in ein stabiles soziales Netzwerk kann auch das Wohlbefinden des Kindes selbst verbessern. Dies ist insbesondere für situationsübergreifend beeinträchtigte Betroffene wichtig, die die Konsequenzen von ADHS in mehreren Lebensbereichen spüren. Doch der Alltag der von ADHS betroffenen Kinder sieht auf Grund ihrer Erkrankung häufig anders aus: Sie erleben ein Wechselbad der Gefühle, haben sich mal einigermaßen gut im Griff, mal weniger. Die Kinder können so kein konstantes Selbstbild entwickeln, was ein niedriges Selbstwertgefühl nach sich zieht1. Auf ihr Umfeld wirken sie zudem unberechenbar, was wiederum Einfluss auf ihre soziale Integration haben kann1. Gezielt Kontakte zu anderen Menschen zu suchen und zu pflegen, kann jedoch gerade für sie eine sinnvolle Ergänzung der multimodalen Therapie bedeuten. Das mit Hilfe verschiedener Behandlungsbausteine (z. B. Psychotherapie, medikamentöse Behandlung, soziales Kompetenztraining) verbesserte Selbstwertgefühl kann so zusätzlich unterstützt werden. Einige Tipps zur Stärkung Ihres sozialen Netzwerks haben wir in der Rubrik „Tipps und Tricks“ für Sie zusammengestellt.

Tipps & Tricks für den Alltag

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Auf soziale Netzwerke vertrauen
Mit anderen Menschen zusammen zu sein und sich auf sie verlassen zu können, kann wesentlich zur eigenen Lebenszufriedenheit beitragen. So hat die World Vision-Kinderstudie 2007 für Kinder in Deutschland herausgefunden, dass bei der Auswahl ihrer Freunde vor allem Wert auf die sogenannten Social Skills gelegt wird: beliebt sind die Kinder, auf die man sich verlassen kann und die immer für ihre Freunde einstehen4. Um Kinder mit ADHS bei der Entwicklung eines konstanten Selbstbildes und im Umgang mit anderen Kindern und Erwachsenen zu fördern, kann es ein erster Schritt sein, das soziale Netzwerk der Familie zu stärken oder weiter auszubauen. Folgende Tipps können Sie dabei unterstützen:

Quelle: Irisblende

  • Neue Kontakte knüpfen: Man muss nicht in die Ferne schweifen, um neue Menschen kennen zu lernen. Wie viele Ihrer Nachbarn kennen Sie beispielsweise persönlich? Nur wenige? Dann wäre eine „Erkundungstour“ mit Ihren Kindern durch die Nachbarschaft vielleicht das Richtige. So können Sie sich mit den Menschen in Ihrer unmittelbaren Umgebung bekannt machen und andere Familien kennenlernen. Scheuen Sie sich nicht, gemeinsame Unternehmungen oder ein Treffen bei Ihnen zu Hause vorzuschlagen, wenn Sie sich sympathisch sind. Vielleicht können Sie sich dann schon bald auf eine Gegeneinladung freuen.
  • Grundregeln einhalten: Bei häufigeren Treffen und intensiverem Kontakt zu anderen Familien kann es für das Kind und den Umgang miteinander hilfreich sein, dass bestehende Grundregeln der Familie von allen Eltern eingehalten werden. Denn vor allem Kinder mit ADHS brauchen klare Strukturen und Regeln, an denen sie sich orientieren können.
  • Aktiv sein: Unternehmungen außer Haus bieten viele Gelegenheiten, andere Menschen kennenzulernen. Ob auf dem Spielplatz, im Freibad oder im Sportverein – versuchen Sie, Ihre Freizeit so oft wie möglich außerhalb der eigenen vier Wände zu verbringen. In der schulfreien Zeit können die Kinder beispielsweise Ferienprogramme oder Freizeiten besuchen und so Zeit mit Gleichaltrigen verbringen.
  • Hilfe anbieten und annehmen: Hilfsbereitschaft zahlt sich aus. Wer Freunde oder Bekannte bei Bedarf unterstützt, kann auch selbst auf deren Hilfe bauen, wenn er sie benötigt. Bieten Sie Ihre Unterstützung an, wenn Ihre Situation dies zulässt.
  • Vorbild sein: Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder. Binden Sie Ihr Kind daher auch in Ihre eigenen sozialen Kontakte ein. Es wird so dazu animiert, seine eigenen Beziehungen selbstständig zu pflegen.
  • Sie sind nicht allein: In schwierigen Situationen kann es hilfreich sein, sich mit Menschen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Selbsthilfegruppen, die es für ADHS mittlerweile vielerorts gibt, sind hier eine hilfreiche Anlaufstelle. Gemeinsam können Probleme besprochen und Lösungen dafür gefunden werden. Adressen der großen Verbände und ihrer regionalen Gruppen finden Sie unter www.info-adhs.de/service/links.html.

Quellen

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  1. Barkley RA. Major life activity and health outcomes associated with attention-deficit/hyperactivity disorder. J Clin Psychiatry 2002; 63 (suppl 12):10-15.
  2. Harpin VA. The effect of ADHD on the life of an individual, their family, and community from preschool to adult life. Arch Dis Child 2005; 90; 2-7.
  3. Ravens-Sieberer U, Wille N, Settertobulte W. Was fördert das gesunde Aufwachsen von Kindern in Familien? Kurzbericht zur Studie. 2007; online publiziert unter www.aok-bv.de/imperia/md/content/aokbundesverband
    /dokumente/pdf/dieaok/pk_160507_kurzfassung_
    studie.pdf.
  4. World Vision Deutschland e. V. (Hrsg). Kinder in Deutschland 2007. 1. World Vision Kinderstudie. 1te Aufl. Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag 2007.

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ADHS − ein Betroffener erzählt

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