Mancher Mensch hat ein großes Feuer in seiner Seele und niemand kommt, um sich daran zu wärmen.
Vincent van Gogh, niederländischer Maler
Der Familienalltag mit einem von ADHS betroffenen Kind ist nicht immer einfach. Was für andere Familien Routine ist, kann zur täglichen Belastungsprobe für Eltern wie Kinder werden – vom morgendlichen Frühstück über die Erledigung der Hausaufgaben bis zum Spielen mit den Geschwistern. Die Erkrankung wirkt sich jedoch nicht nur auf den Alltag innerhalb der Familie aus. Auch das gesellschaftliche Leben kann dadurch beeinflusst werden.
Kinder mit ADHS haben oft Schwierigkeiten, Beziehungen zu anderen aufzubauen. Sie ecken beispielsweise durch ihre Impulsivität an oder geraten beim Spielen schnell in Streitereien mit Gleichaltrigen1,2 . Der Rückzug von gesellschaftlichen Aktivitäten scheint für manche Familien eine nahe liegende Lösung zu sein, um diesen Schwierigkeiten oder gar Anfeindungen von anderen aus dem Weg zu gehen. Doch gerade in belastenden Situationen sollte niemand ohne Unterstützung auskommen müssen. Gute Kontakte zu Verwandten, Freunden und Nachbarn können hier eine große Entlastung darstellen – sowohl für die Eltern als auch für das gesamte Familienleben. Viele nachbarschaftliche Kontakte tragen sogar zu einer höheren Lebensqualität der Familie bei, wie eine aktuelle Studie der AOK ergeben hat.3
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Die Einbindung in ein stabiles soziales Netzwerk kann auch das Wohlbefinden des Kindes selbst verbessern. Dies ist insbesondere für situationsübergreifend beeinträchtigte Betroffene wichtig, die die Konsequenzen von ADHS in mehreren Lebensbereichen spüren. Doch der Alltag der von ADHS betroffenen Kinder sieht auf Grund ihrer Erkrankung häufig anders aus: Sie erleben ein Wechselbad der Gefühle, haben sich mal einigermaßen gut im Griff, mal weniger. Die Kinder können so kein konstantes Selbstbild entwickeln, was ein niedriges Selbstwertgefühl nach sich zieht1. Auf ihr Umfeld wirken sie zudem unberechenbar, was wiederum Einfluss auf ihre soziale Integration haben kann1. Gezielt Kontakte zu anderen Menschen zu suchen und zu pflegen, kann jedoch gerade für sie eine sinnvolle Ergänzung der multimodalen Therapie bedeuten. Das mit Hilfe verschiedener Behandlungsbausteine (z. B. Psychotherapie, medikamentöse Behandlung, soziales Kompetenztraining) verbesserte Selbstwertgefühl kann so zusätzlich unterstützt werden. Einige Tipps zur Stärkung Ihres sozialen Netzwerks haben wir in der Rubrik „Tipps und Tricks“ für Sie zusammengestellt.
Auf soziale Netzwerke vertrauen
Mit anderen Menschen zusammen zu sein und sich auf sie verlassen zu können, kann wesentlich zur eigenen Lebenszufriedenheit beitragen. So hat die World Vision-Kinderstudie 2007 für Kinder in Deutschland herausgefunden, dass bei der Auswahl ihrer Freunde vor allem Wert auf die sogenannten Social Skills gelegt wird: beliebt sind die Kinder, auf die man sich verlassen kann und die immer für ihre Freunde einstehen4. Um Kinder mit ADHS bei der Entwicklung eines konstanten Selbstbildes und im Umgang mit anderen Kindern und Erwachsenen zu fördern, kann es ein erster Schritt sein, das soziale Netzwerk der Familie zu stärken oder weiter auszubauen. Folgende Tipps können Sie dabei unterstützen:
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