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Newsletter 04 2007

Zarte Bande knüpfen

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Kinder mit ADHS haben oft Schwierigkeiten, Freundschaften zu knüpfen und stabile Beziehungen aufzubauen. Doch gerade dies ist für die kindliche Entwicklung von großer Bedeutung.

Neben den Eltern als zentrale Bezugspersonen spielen vor allem die Beziehungen zu Gleichaltrigen im Leben von Kindern eine wichtige Rolle. Wie eine Studie von Unicef und der Zeitschrift GEOlino1 ergab, stehen bei den Sechs- bis 14-Jährigen Familie und Freunde klar im Mittelpunkt. Der Zusammenhalt untereinander, ein vertrautes Umfeld, Geborgenheit und Zuverlässigkeit zählen zu den Werten, die von Kindern besonders geschätzt werden. Freundschaften zu Gleichaltrigen leisten zudem einen wichtigen Beitrag zur kindlichen Entwicklung. Bereits im Kindergartenalter wird so das Sozialverhalten der Kleinen gefördert. Sie lernen, auf andere einzugehen und Konflikte zu lösen. Und mehr noch: Jungen und Mädchen mit engen Freunden haben mehr Selbstvertrauen und sind weniger ängstlich2.

Im Wechselbad der Gefühle
Kinder mit ADHS haben allerdings oft Schwierigkeiten, Beziehungen zu Gleichaltrigen oder auch in der Familie aufzubauen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn ADHS das Leben der Betroffenen situationsübergreifend und nicht nur in bestimmten Lebensbereichen (z. B. in der Schule) massiv beeinträchtigt. Diese Kinder sind nicht nur von den Kernsymptomen Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität betroffen. Sie haben häufig auch emotionale und soziale Probleme: mal haben sie sich einigermaßen gut im Griff, mal weniger. Dieses Wechselbad der Gefühle kann die emotionale Befindlichkeit der betroffenen Kinder stark beeinträchtigen, und ihr Verhalten macht sie für ihr Umfeld oft unberechenbar. „Ich spürte, dass es auf Dauer keiner mit mir aushalten konnte“, erinnert sich der 15-jährige Lukas an seine Kindheit mit ADHS.



Normale Entwicklung des Kindes fördern
Dementsprechend schwierig gestaltet sich der Aufbau freundschaftlicher Beziehungen zu Gleichaltrigen: „Ich werde nie zu einem Kindergeburtstag eingeladen“ oder ähnliche Aussagen bekommen Eltern von Kindern mit ADHS immer wieder zu hören. Derartige Zurückweisungen können auch das Selbstwertgefühl stark beeinträchtigen und sogar zu sozialer Isolation führen3,4. Bei diesen Kindern ist es wichtig, neben den Kernsymptomen Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität auch die Lebensqualität zu verbessern. Da sich ADHS in diesen Fällen auf nahezu alle Lebensbereiche auswirkt, kann eine kontinuierliche Behandlung von morgens bis morgens helfen. Diese kann sowohl auf der Leistungsebene als auch auf der emotionalen Ebene für eine normale Entwicklung des Kindes ausschlaggebend sein.

Tipps und Tricks für den Alltag

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Stressfreier Kindergeburtstag

Der eigene Geburtstag ist für Kinder wohl der schönste Tag des Jahres. Auf die Feier mit den Freunden aus der Schule oder dem Kindergarten freuen sich die meisten bereits Wochen oder Monate zuvor. Hat ein Kind Schwierigkeiten, eigenständig Freundschaften aufzubauen, ist der Kindergeburtstag ein guter Anlass, Kontakte zu Gleichaltrigen zu fördern. Damit die Feier für alle ein voller Erfolg wird, sollten allerdings einige Regeln beachtet werden:


  • Die Planung: Beziehen Sie Ihr Kind von Anfang an in die Geburtstagsvorbereitungen mit ein. Steht die Feier unter einem bestimmten Motto? Welche Spiele stehen auf dem Programm? Was soll es zu essen geben? So bekommt es das Gefühl, Verantwortung übernehmen zu können. Kinder mit ADHS haben häufig besonders kreative Ideen. Lassen Sie sich überraschen!
  • Die Gästeliste: Als Gastgeber sollte das Kind selbst entscheiden dürfen, wen es auf seine Feier einladen möchte. Um unnötigen Stress für Kinder wie Eltern zu vermeiden, ist es allerdings sinnvoll, die Zahl der Gäste gemeinsam abzusprechen. Die Faustregel lautet: Für jedes Lebensjahr einen Gast.
  • Das Programm: Stillsitzen fällt nicht nur Kindern mit ADHS schwer. Bei einer Schatzsuche oder Schnitzeljagd haben meist alle ihren Spaß und können überschüssige Energie ablassen. Denken Sie daran, die Spieler regelmäßig zu loben. Das spornt an und sorgt für gute Stimmung. Halten Sie zudem kleine Gewinne und Trostpreise bereit. Kleinere Kinder brauchen oft noch keine speziellen Beschäftigungsangebote. Sie kann man auch einfach frei miteinander spielen lassen.
  • Die Sicherheit: Auf einem Kindergeburtstag kann es recht turbulent zugehen. Nicht immer hat man dann seine Augen überall. Umso wichtiger ist die Sicherheit im Haus oder im Garten. Mögliche Gefahrenquellen wie ungesicherte Steckdosen, zerbrechliche Gegenstände oder der Teich im Garten sollten vorher entschärft werden. Hilfreich ist es auch, eine zweite Aufsichtsperson als Unterstützung dabei zu haben.
  • Die Dauer: Ein Kindergeburtstag kann auch für die kleinen Gäste anstrengend sein. Je nach Alter sollte die Feier daher nicht länger als drei bis vier Stunden dauern. Es bietet sich an, schon auf der Einladung zu vermerken, wann der Geburtstag zu Ende ist. So wissen die Eltern, wann sie ihre Kinder wieder abholen können.

Ideen für Themengeburtstage: 

  • Piratenfest: Die Einladung wird als Flaschenpost überreicht. Sie enthält jeweils ein Stück einer Schatzkarte, das die Gäste zum Fest mitbringen müssen. Zusammengelegt zeigt die Karte den Weg zum Schatz, der im Haus oder Garten versteckt ist. Gemeinsam können die Kinder auf die Suche gehen. Alte Kisten, Netze und eine Totenkopffahne verwandeln den Partyraum in ein Piratenschiff. Als Piratenschmaus eignet sich Fingerfood wie Fischstäbchen, Hähnchenflügel oder lecker belegter „Schiffszwieback“.
  • Kinderolympiade: Als Einladung erhält jeder Gast einen Spielerausweis, der ihn zur Teilnahme an der Olympiade berechtigt. Im Garten oder Haus werden verschiedene Spielstationen aufgebaut, die nacheinander durchlaufen werden: eine Hindernisrallye, Eierlauf, Sackhüpfen, Dosenwerfen ... Die einzelnen Spiele können mit Punkten bewertet werden. Als Belohnung bekommt jedes Kind bei der Siegerehrung eine Medaille überreicht und darf sich einen kleinen Preis aussuchen. Anschließend können sich die kleinen Sportler bei Gemüsesticks mit Dips, Obstsalat oder einer Sportlerbowle stärken.

Viel Spaß beim Feiern!

Service

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Gut versorgt auf Reisen

Eine Garantie für Gesundheit gibt es auch im Urlaub nicht. Gegen harmlosere Zwischenfälle wie kleine Verletzungen oder Sonnenbrand, aber auch ernstere Erkrankungen wie Fieber oder Durchfall kann man sich dagegen wappnen – mit einer gut ausgestatteten Reiseapotheke. Bevor es auf große Fahrt geht, sollte daher immer geprüft werden, ob auch alle wichtigen Medikamente und Hilfsmittel mit im Gepäck sind. Dazu gehören:

  • Medikamente, die dauerhaft eingenommen werden müssen (z. B. bei ADHS).
  • Mittel gegen Durchfall, Verstopfung und Erbrechen (einschließlich Reiseübelkeit)
  • Fieberthermometer, Schmerz- und Fieberzäpfchen oder -saft
  • Nasentropfen und Hustensaft
  • Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel und Pflaster für Verletzungen
  • Insektenschutz und Kühlgel
  • Sonnenschutz für Kinder

Die Reiseapotheke sollte ausreichend vor Hitze und Kälte geschützt und kindersicher aufbewahrt werden. Für bestimmte verschreibungspflichtige Präparate benötigt man in einigen Ländern eine ärztliche Bescheinigung. ADHS-Medikamente, die nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, können dagegen genauso mitgenommen werden wie andere Arzneimittel dieser Art.

Weitere Informationen zur Mitnahme von Medikamenten auf Auslandsreisen erhalten Sie hier.

Quellen

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  1. Unicef, GEOlino: Werte der Kinder. Eine Zusammenfassung der Kernergebnisse. 2006; online publiziert unter www.unicef.de.
  2. Die Zeit: Kinder lernen Freundschaft. 26. Februar 2004; online publiziert unter www.zeit.de.
  3. Barkley RA. Major life activity and health outcomes associated with attention-deficit/hyperactivity disorder. J Clin Psychiatry 2002; 63 (suppl 12):10-15.
  4. Slomkowski et al. Is self-esteem an important outcome in hyperactive children? J Abnormal Child Psychology 23: 303–315; 1995.

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ADHS − ein Betroffener erzählt

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So fand Lukas mit der richtigen Therapie von einem ständigen Auf und Ab der Gefühle zu einem fast normalen Leben
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ADHS-Webkonferenz.

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„ADHS? Ursachen, Diagnose und Therapie“ Aufzeichnung des Vortrags von Fr. Prof. Dr. Caby und anschließender Fragerunde.
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