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Tipp 2: Fragen und Antworten zur Diagnose und Therapie von ADHS

Welches sind Anzeichen, auf die Eltern und Lehrer achten sollten?

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ADHS äußert sich bei Kindern meist in einer ausgeprägten körperlichen Hyperaktivität, sie können nicht still sitzen und sich auch nicht länger auf eine Aufgabe konzentrieren. Wenn Eltern, Lehrern oder Erziehern auffällt, dass sich ein Kind ungeduldig und gereizt verhält, unbedacht und unbeherrscht reagiert, andere ständig durch unpassende Bemerkungen oder Handlungen unterbricht und stört, sollten sie genauer hinschauen. Möglicherweise wirkt das Kind aber auch abwesend und verträumt, verliert und vergisst viel und scheint nicht zuzuhören, wenn man mit ihm spricht. Dauern diese Verhaltensweisen länger als sechs Monate bei einem Kind an und sind sie in verschiedenen Lebensbereichen zu beobachten, könnte ADHS vorliegen. Hier sind Eltern, Lehrer und Erzieher gefordert, sich miteinander in Verbindung zu setzen und gemeinsam weitere Schritte zu überlegen.


 

Wie wird die Diagnose ADHS gestellt?

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Um bei einem Kind ADHS festzustellen, ist eine ausführliche und aufwändige Untersuchung durch einen ADHS-erfahrenen Arzt notwendig. Zunächst muss er sich ein klares Bild von der Vorgeschichte des Kindes und seiner Familie verschaffen. Dabei ist es wichtig, alle Lebensbereiche (Freunde, Freizeit, Kindergarten/Schule) in die Betrachtung mit einzubeziehen. Es folgen medizinische und psychologische Untersuchungen, auch um andere Erkrankungen auszuschließen, die für das Verhalten der Kinder verantwortlich sein könnten.

Wer diagnostiziert und behandelt ADHS?

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Das Erkennen und die Behandlung von ADHS erfordern viel Erfahrung und Fachwissen auf ärztlicher Seite. Im besten Fall sollten verschiedene Fachgruppen mit Eltern, Lehrern und Erziehern dabei zusammenarbeiten. Einen kompetenten Ansprechpartner, wenn es um Diagnose und Therapie von ADHS geht, finden Sie in einem erfahrenen Kinder- und Jugendpsychiater bzw. Kinder- und Jugendarzt, der sich auf ADHS spezialisiert hat. Bei der Suche nach einem geeigneten Arzt in Ihrer Region und weiteren Fragen stehen Ihnen verschiedene Selbsthilfegruppen mit Rat und Adressen zur Seite.

Warum muss ADHS überhaupt behandelt werden?

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ADHS-Patienten wirken häufig so, als genüge ein guter Wille und sie wären ihre Sorgen los. Doch gerade diese Umsetzung des Willens in entsprechenden Handlung ist ihnen nicht möglich – sie wollen, können aber nicht.

Obwohl es den betroffenen Kindern nicht an Begabung oder Einsatz mangelt, bekommen sie schlechte Noten, haben teilweise massive Schulprobleme. Aufgrund des krankheitstypischen impulsiven, unbedachten Verhaltens und der kurzen Aufmerksamkeitsspanne können die Kinder an vielen Spielen nicht teilnehmen, sie werden nicht zu Geburtstagsfeiern Gleichaltriger eingeladen, bleiben deshalb oft ohne Freunde. Sie leiden jahrelang unter Misserfolgen und Ausgrenzung. Das Familienleben ist durch wiederholte Konflikte, Schuldgefühle und Streitereien geprägt, was bis zur völligen Zerrüttung des familiären Zusammenhalts führen kann. Behandelt man ADHS nicht, nimmt man diesen Kindern die Möglichkeit auf ein weitgehend normales Leben in der Familie, der Schule und der Freizeit. Die Gefahr im Jugendalter auf die „schiefe Bahn“ zu geraten steigt, ebenso wie die Chancen für eine gute Berufsausbildung sinken.


 

Das multimodale Therapiekonzept - was ist das?

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Das multimodale Therapiekonzept beinhaltet die Beratung von Eltern, Kindern und Lehrern, psychologische Therapie (Familien- und Verhaltenstherapie) der Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien sowie die Verordnung von Medikamenten. In manchen Fällen kann eine psychotherapeutische Behandlung ausreichend sein, in anderen Fällen macht der begleitende Einsatz von Medikamenten Sinn. Mit einer individuellen Zusammenstellung der einzelnen Maßnahmen kann den Kindern in vielerlei Hinsicht geholfen werden. Das Familienleben ist nicht mehr nur von Streit geprägt, Freundschaften können geschlossen werden und das durch die Krankheit eingeschränkte schulische Potential kann sich entfalten. Die Entscheidung, welche Kombination die beste ist, wird gemeinsam vom Facharzt und den Eltern getroffen. Voraussetzung dafür ist eine gründliche Untersuchung des Kindes und ausführliche Gespräche mit den Eltern, um die Lebenssituation der Kinder auch richtig einschätzen zu können.

Was passiert bei einer Verhaltenstherapie?

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Es handelt sich um eine spezielle psychotherapeutische Maßnahme, die mit sehr praktischen Übungen darauf abzielt, krankheitstypisches und unerwünschtes Verhalten durch gewünschtes zu ersetzen.

Wie sieht das optimale Therapiekonzept aus?

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Ein Therapiekonzept kann nur dann optimal sein, wenn es die speziellen Bedürfnisse jedes betroffenen Kindes beachtet. Durch ausführliche Gespräche und Untersuchungen können Lebensumstände und Leidensgeschichte der Kinder besser verstanden und eine geeignete Kombination aus Eltern-Kind Beratung, Verhaltenstherapie und Medikamenten zusammengestellt werden.

In welchem Alter kann mit der Therapie begonnen werden?

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Je früher mit einer Therapie begonnen wird, desto vorteilhafter ist dies für die Entwicklung des Kindes. Verhaltensmuster im Kindergarten, in der Schule, in Familie und Freizeit sind noch nicht zu festgefahren. Damit ist die Chance gegeben, frühzeitig Entwicklungsverzögerungen und Probleme im sozialen Bereich der Kinder zu verhindern.

Ab wann sollten Medikamente gegeben werden?

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Im Hinblick auf die medikamentöse Therapie sollte gut abgewogen werden, wie groß der Leidensdruck der Kinder und Angehörigen ist. Es sollte jeweils kritisch hinterfragt werden, ob eine Behandlung wirklich erst dann begonnen werden sollte, wenn alle andern Mittel bereits ausgeschöpft und Kind, Familie und soziales Umfeld mit ihren Kräften am Ende sind.

Was bewirken die eingesetzten Medikamente?

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Es ist durch verschiedene Studien belegt, dass die Behandlung mit zugelassenen Medikamenten die Krankheitszeichen der ADHS wesentlich verbessert. Die behandelten Kinder sind dadurch aufmerksamer und konzentrierter. Sie sind ausgeglichener, können ihr Verhalten besser kontrollieren und imstande, wieder Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen. Die Situation in der Familie und in der Schule entspannt sich deutlich. Außerdem können die Kinder einen größeren Nutzen aus therapeutischen und erzieherischen Maßnahmen ziehen. Insgesamt wirken sie ruhiger, weil sie sich endlich wieder konzentrieren und über längere Zeit einer Aufgabe widmen können. Die Persönlichkeit des Kindes und seine positiven Eigenschaften, wie seine Kreativität werden durch die Medikamente natürlich nicht negativ beeinflusst.


 

Müssen betroffene Kinder ihr Leben lang Medikamente einnehmen?

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Bekommt ein ADHS-Kind Medikamente, ist eine regelmäßige Kontrolle durch einen Facharzt selbstverständlich. Das Verhalten der Kinder wird gemeinsam mit Eltern, Erziehern oder Lehrern beobachtet und wenn nötig, die Dosierung neu angepasst. Das kann auch bedeuten, dass das Kind die Medikamente nach einer gewissen Therapiedauer nicht mehr benötigt und nur durch unterstützende Maßnahmen die Krankheitszeichen unter Kontrolle bekommt. In anderen Fällen hingegen kann eine jahrelange Einnahme von Medikamenten nötig sein. Wichtig ist, bei jedem Kind individuell zu beurteilen, wie groß die Belastungen in den verschiedenen Lebensbereichen sind und danach zu entscheiden, welches Vorgehen am sinnvollsten ist.

Werden die Kinder durch die Einnahme von Medikamenten schlauer?

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Natürlich bewirken Medikamente keine Wunder. Verhaltensmuster, die sich teilweise über Jahre aufgebaut haben und Probleme in der Schule verschwinden nicht einfach über Nacht. Dennoch bleiben Kinder mit ADHS oft weit unter ihren schulischen und persönlichen Möglichkeiten. Die Krankheitssymptome verdecken häufig Talente und Fähigkeiten, die sich erst dann zeigen können, wenn es mit Hilfe von Medikamenten gelingt, die Konzentrationsfähigkeit der Kinder zu erhöhen.

Welches sind Anzeichen, auf dieEltern und Lehrer achten sollten?Wie wird die Diagnose ADHS gestellt?Wer diagnostiziert und behandeltADHS?Warum muss ADHS überhaupt behandeltwerden?Das multimodale Therapiekonzept - wasist das?Was passiert bei einerVerhaltenstherapie?Wie sieht das optimaleTherapiekonzept aus?In welchem Alter kann mit derTherapie begonnen werden?Ab wann sollten Medikamente gegebenwerden?Was bewirken die eingesetztenMedikamente?Müssen betroffene Kinder ihr Lebenlang Medikamente einnehmen?Werden die Kinder durch die Einnahmevon Medikamenten schlauer?

ADHS − ein Betroffener erzählt

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So fand Lukas mit der richtigen Therapie von einem ständigen Auf und Ab der Gefühle zu einem fast normalen Leben
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ADHS-Webkonferenz.

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„ADHS? Ursachen, Diagnose und Therapie“ Aufzeichnung des Vortrags von Fr. Prof. Dr. Caby und anschließender Fragerunde.
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