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Familie/Alltag

Einige Erwachsene mit ADHS haben Stimmungsschwankungen und sind psychisch labil sowie sehr impulsiv (1,4). Ihre Impulsivität kann zu unüberlegten Entscheidungen, Ungeduld und Jähzorn führen (1). Manche Patienten leiden an einer depressiven Grundstimmung, die mit Antriebslosigkeit und ausgeprägten Schlafstörungen verbunden ist. Manch einer entwickelt Selbstmordgedanken (3,4).

Familie und Freunde

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Außerhalb der Familie haben Menschen mit ADHS häufig kaum freundschaftliche Beziehungen. Da sie schlecht Kompromisse eingehen können und gerne Recht behalten wollen, ecken sie immer wieder mit ihren Mitmenschen an. Meist bleiben sie daher

 auf die Familie angewiesen, obwohl sie sich dort auch nicht wohl fühlen. Es kommt nicht selten zu heftigen Auseinandersetzungen, in denen Menschen mit ADHS zu ungehaltenen Wutausbrüchen neigen. Ein harmonisches Familienleben ist dennoch möglich, wenn es dem Erwachsenen mit ADHS gelingt, einen Partner zu finden, der ihm in zurückhaltender Weise den Weg weist und dadurch eine Coaching-Funktion übernimmt (2,3). Schwieriger wird es, wenn sich zwei Menschen zusammenfinden, die beide Probleme mit der Bewältigung des Alltaglebens haben (3).

Probleme im Alltag

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Zeichen innerer Unruhe und mangelnder Fähigkeit, den Alltag zu organisieren, sind z. B. Berge unerledigter Papiere und ungebügelter Wäsche. Bei der Kindererziehung fühlt sich die Mutter mit ADHS schnell überfordert. Besonders Kinder, die wie ihre Eltern von ADHS betroffen sind, finden nicht den für sie wichtigen Halt. Manche Erwachsene schaffen es dennoch mit eisernem Willen und großem Einsatz, eine strenge Ordnung herzustellen, die sie vehement verteidigen (3).

Hilfe von Dritten

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Viele Erwachsene nehmen erst dann professionelle Hilfe in Anspruch, wenn sich Konflikte mit dem Kind, dem Ehepartner oder den Kollegen auf unerträgliche Weise zuspitzen. Lange Zeit ist dem Betroffenen in der Regel nicht bewusst, dass eine Erkrankung zu ihren enormen Schwierigkeiten in Familie und Beruf beiträgt (3,4). Häufig wird ADHS von Generation zu Generation weiter vererbt mit ähnlich wiederkehrenden Verhaltensmustern. Der Gedanke, daran etwas ändern zu können, kommt vielen Betroffenen nicht. Hilfe wird meist erst dann in Anspruch genommen, wenn Konflikte auftreten. Wendet sich der Betroffene an einen mit ADHS erfahrenen Arzt, besteht die Chance, den eigentlichen Ursachen der Probleme auf die Spur zu kommen und eine angemessene Behandlung einzuleiten (3).

Quellen

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  1. Skrodzki, Dr. Klaus: Das Hyperkinetische Syndrom, Bundesverband Aufmerksamkeitsstörung/Hyperaktivität e. V., Postfach 60, 91291 Forchheim, 1996
     

  2. Neuhaus, Cordula: Hyperaktive Jugendliche und ihre Probleme, Urania-Ravensburger Verlag, 2000
     

  3. Krause, Dr. med. Johanna: Behandlungsansätze bei Erwachsenen mit ADS, Elterninitiative zur Förderung hyperaktiver Kinder e. V., Postfach 60, 91291 Forchheim, 1997
     

  4. Krause, Johanna; Ryffel-Rawak, Doris: Therapie der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung im Erwachsenenalter, Psycho 2000; 26: 209-223

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