Bei den von
ADHS betroffenen
Jugendlichen ist die "Null-Bock-Mentalität" deutlich stärker ausgeprägt als bei Gleichaltrigen. Das erschwert die Berufswahl. Frühzeitig unterstützte Interessen und Hobbys können diese jedoch erleichtern. Denn auf den Lieblingsgebieten besteht meist ein erstaunliches Wissen. Wenn
Eltern die Interessen ihrer Kinder schon vor der Pubertät fördern und von ihren eigenen Vorstellungen ablassen, finden die Jugendlichen leichter ihren Weg (1).
Jugendliche mit ADHS sind manchmal ungeheuer kreativ, haben eine lebendige Fantasie und können aus dem Nichts etwas erschaffen. Oft sind sie schauspielerisch begabt und können gut moderieren. Werden ihre künstlerischen Talente gefördert, steigt auch ihr Selbstwertgefühl. Manche Jugendliche sind durch ihren Hang zum Diskutieren und Argumentieren verbal versiert und fühlen sich in einem Beruf wohl, in dem sie Verkaufstätigkeiten übernehmen können. Andere Jugendliche sind sehr hilfsbereit und setzen sich gerne für die Belange anderer ein, einige
Jugendliche mit ADHS entwickeln ein ausgeprägtes "Helfersyndrom". Diese Veranlagung können sie gut in sozialen Berufen ausbauen (2).
Jugendliche mit ADHS sollten nicht zu früh in die völlige Unabhängigkeit entlassen werden, auch wenn der Wunsch dazu sehr groß ist. Ohne die verständnisvolle Unterstützung der Eltern kommen sie meist noch nicht zurecht. Vorhaltungen und Ermahnungen durch die Eltern helfen nicht weiter; der Jugendliche muss Erfahrungen selbst machen dürfen, braucht dazu aber starken
Rückhalt in der Familie (2).
Da der Jugendliche mit ADHS spürt, dass er anders ist als seine Gleichaltrigen, empfindet er es als große Hilfe, wenn er von
professioneller Seite Unterstützung erfährt. Daher ist es ratsam für die Eltern, sich mit ihrem Teenager an einen kompetenten Ansprechpartner zu wenden. Konkrete Hilfestellung in der schwierigen Zeit der Pubertät bedeutet für die ganze Familie eine große Entlastung (2).
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