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Wie spreche ich mit meinem Kind über die Diagnose?

Bei Ihren Kind wurde die Diagnose ADHS gestellt. Gemischte Gefühle könnten sich bei Ihnen eingestellt haben. Auf der einen Seite werden Sie sicher erleichtert sein, eine Erklärung für die Verhaltensweisen Ihres Kindes gefunden zu haben. Auf der anderen Seite stellen Sie sich sicher folgende Frage:

Wie spreche ich mit meinem Kind über die Diagnose?

 

Zunächst sollte der Arzt oder Psychologe, der Ihr Kind untersucht und die Diagnose gestellt hat, sich Zeit nehmen Ihr Kind aufzuklären. Diese Aufklärung von einem neutralen Dritten ist für Ihr Kind entlastend und wichtig. Sicher wird sich Ihr Kind aber weitere Fragen stellen. Deshalb kann es hilfreich sein, sich auf Fragen einzustellen. Folgende Anregungen könnten dabei von Nutzen sein:

 

Als Erstes ist es sinnvoll, sich ausführlich über die Symptome der Diagnose zu informieren. Dies ermöglicht es Ihnen, viele Verhaltensweisen Ihres Kindes besser nachzuvollziehen. Dazu gibt es speziell für Eltern verfasste Ratgeber (1, 2, 3).

 

Ihr Kind hat sicher schon irgendwie gespürt, dass es manchmal anders ist als andere Kinder. Es hat vielleicht das Gefühl, häufiger ermahnt und ausgeschimpft zu werden als Geschwister oder Klassenkameraden. Obwohl es sich sehr anstrengt, gelingen ihm Sachen oft nicht so gut und es kommt sich vielleicht dumm und unfähig vor. Bisher hatte Ihr Kind keine Erklärung für seine Probleme. Deshalb suchen Kinder oft die Gründe bei sich und halten sich für faul, dumm, unfähig usw.

 

Ist die Diagnose nun gestellt, wird es sicher einerseits froh sein, dass es für seine Probleme eine Erklärung gibt. Andererseits möchte es natürlich so sein wie alle anderen Kinder und wird sich möglicherweise fragen, ob es nun krank ist, „nicht ganz richtig im Kopf“ oder vielleicht sogar behindert?

 

Diese oder ähnliche Fragen werden Ihr Kind beschäftigen, auch wenn es sie wahrscheinlich nicht direkt so stellen wird. Nehmen Sie sich deshalb Zeit, um mit Ihrem Kind darüber sprechen zu können. Sie sollten sich um einen ruhigen und freundlichen Tonfall bemühen. Achten Sie deshalb darauf, dass sie sich nicht kurz vorher über ihr Kind geärgert haben.

 

Bei allem was Sie sagen, sollten Sie darauf achten, dass es dem Altersniveau Ihres Kindes angepasst ist. So werden Sie mit einem Fünfjährigen anders sprechen müssen als mit einem Jugendlichen.

Beginnen könnten Sie z. B. damit, dass Sie Ihrem Kind kurz erzählen, wie es Ihnen selbst mit der Diagnose-Stellung ADS/ADHS gegangen ist. Sie könnten Ihr Kind fragen, wie es ihm damit geht.

 

Sollte Ihr Kind eine der oben genannten Befürchtungen äußern, nehmen Sie die Befürchtung ernst. Geben Sie Ihrem Kind zu verstehen, dass Sie seine Sorgen nachvollziehen können (z. B. „Ich kann gut verstehen, dass Du genauso sein möchtest wie die anderen Kinder oder dass es Dich nervt, wenn die Hausaufgaben nicht so klappen, wie Du es Dir vorstellst. Unser Arzt/ Psychologe hat uns gesagt, dass Du auf keinen Fall „dumm“ oder „faul“ bist. Den Test mit den Rätselaufgaben hast Du gut gemacht. Er hat uns gesagt, dass Deine Schwierigkeiten mit dem ADHS Syndrom zusammenhängen, d.h. Dir fällt es schwerer aufmerksam und konzentriert zu sein, besonders wenn Dich etwas nicht so interessiert. Das liegt daran, dass Dein Gehirn manchmal etwas anders arbeitet“. (Hier könnte die Erklärung des Arztes/Psychologen aufgegriffen werden.). „Du hast auch Vorteile davon, z. B. kannst Du besonders gut....“.

 

Ziel eines solchen Gespräches sollte es sein, dass sich das Kind verstanden und wertgeschätzt fühlt. Wichtig ist auch, dass Ihrem Kind klar wird, dass es nicht Schuld an seinem Problem hat. Es ist weder dumm noch faul. Es hat das „Pech“, wie viele andere Kinder auch, dass es sich nicht so gut konzentrieren kann, manchmal sehr ungestüm ist, usw. Schön wäre es auch, wenn Sie eine Hoffnung machende, positive Perspektive einführen könnten (z. B.„Ich denke, unser Arzt/Psychologe kann Dir und uns zusammen helfen, damit wir besser mit den Problemen klarkommen.“).

 

Es gibt auch Bücher(4, 5, 6), die sich speziell an Kinder und Jugendliche wenden. Diese könnten Sie Ihrem Kind vorlesen oder zum Lesen geben. In dem „ADS-Buch“ (1) richtet sich Kapitel 9 speziell an Kinder. Je nach Interesse und Alter des Kindes kann es für sich weitere Informationen nachlesen.

 

 

Weiterführende Links

Tipps für Eltern

Tipp 2

Beispiele von Ratgebern zu ADHS

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  1. Aust-Claus E./ Hammer P.M.: Das ADS Buch. Ratingen, 1999
  2. Neuhaus, C.: Das hyperaktive Kind und seine Probleme. Berlin 1999
  3. Neuhaus, C.: Hyperaktive Jugendliche und ihre Probleme, Berlin 2000
  4. Informationsbroschüre des Hamburger Arbeitskreises (HAK):
    Leitfaden ads / adhs (Bestellen Sie hier kostenfrei)

Literaturbeispiele zu ADHS für Kinder und Jugendliche

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  1. Gordon, M.: Zappelmax nun sei endlich still (Für Grundschulkinder)

  2. Gordon, M.: Ich würde wenn ich könnte (Für Jugendliche)

  3. Lebenshilfe Osterholz (Hrsg.): Wie Zappelmax zu seinem Namen kam (Bilderbuch für kleinere Kinder)

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