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Multimodaler Ansatz

Nach der Diagnose ADHS stellt sich für Sie als Eltern die Frage, wie ihrem Kind am besten geholfen werden kann.

ADHS ist eine sehr vielschichtige, neurobiologisch bedingte Störung, die alle Lebensbereiche des betroffenen Kindes berühren kann.

Folglich muss eine Therapie, die dem Kind ein annähernd normales Leben ermöglichen soll, an mehreren Punkten gleichzeitig ansetzen. Diese Bedingung erfüllt die multimodale1 Therapie.

 

Diese Therapieform setzt sich aus einzelnen Elementen zusammen, die wie Bausteine individuell kombiniert werden können, je nach Behandlungsbedarf des Patienten. Diese Bausteine lassen sich in zwei Therapieansätze unterteilen, die nicht-medikamentösen Therapieelemente (linke Säule) und die medikamentöse Therapie (rechte Säule). Die Abbildung rechts zeigt, wie Sie sich die multimodale Therapie vorstellen können.

Sie werden sich sicher fragen, wie wirkungsvoll diese beiden Therapieansätze (Säulen) sind und ob sie sich in ihrer Effektivität ergänzen oder sogar verstärken.

 

Dieser Fragestellung ging eine Studie nach, die multimodale ADHS-Therapiestudie (Multimodal Treatment of ADS/ ADHS, kurz MTA-Studie). Sie ist die umfassenste klinische Studie, die bisher zu dieser Fragestellung vorliegt.

 

An ihr nahmen 579 mit ADHS diagnostizierte Kinder teil, die u.a. in die folgenden Gruppen eingeteilt wurden:

  • Intensive Verhaltenstherapie

  • Medikamentöse Behandlung

  • Kombinationstherapie (Verhaltenstherapie + Medikament)
  

Zur Einschätzung der Ergebnisse der Studie ist es wichtig zu wissen, dass die in dieser Studie in den USA eingesetzte intensive Verhaltenstherapie weit über eine übliche Verhaltenstherapie hinausgeht. So wurden extra für diese Studie u.a. ein zusätzliches Sondertraining für Eltern und umfangreiche Einzelförderungen für das Kind durchgeführt.

 

Ergebnisse der MTA-Studie:

  • Die Kombinationstherapie und die medikamentöse Behandlung sind der Verhaltenstherapie hinsichtlich der Verringerung der ADHS-Kernsymptome2überlegen.3

  • Die Kombinationstherapie erwies sich in den Bereichen Schule, soziale Fertigkeiten, Eltern-Kind-Beziehung, Oppositionsverhalten und Angst/Depression als der medikamentösen Therapie geringfügig überlegen.3
Am Ende der MTA-Studie als „unauffällig“4 beurteilte Kinder in %:3

Ergebnisse MTA-Studie


Welche Bausteine der multimodalen Therapie für die Bedürfnisse Ihres Kindes den vermutlich besten Behandlungserfolge ergeben können, sollten Sie mit Ihrem Kinder- und Jugendarzt oder -psychiater abstimmen. Dieser wird Sie auf Grundlage einer sorgfältigen Diagnose beraten und die geeigneten Therapieelemente auswählen, denn nicht für jedes Kind mit ADHS ist eine medikamentöse Therapie erforderlich.

Quellen

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  1. (multimodal, lat. = multi (viel) + modus (Art) = aus mehr als einer Behandlungsart bestehend)
     

  2. Kernsymtpome der ADHS sind: Aufmerksamkeitsdefizit, Impulsivität und Hyperaktivität
     

  3. Jensen P et al., Findings from the NIMH Multimodal Treatmeent Study of ADHD (MTA): Implications and Applications for Primary Care Providers, JDBP Vol. 22, No. 1, February 2001
     

  4. „Unauffällig“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Kinder einen geregelten Alltag erleben konnten, ohne eine merkliche Einschränkung durch die ADHS-Symptome zu erfahren. Die Originalquelle spricht von „normalized“ (normalisiert)

Quellen
Säulen der multimodalen Therapie
Multimodale Therapie ADHS

ADHS − ein Betroffener erzählt

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