Gegenwärtig gibt es leider noch keine Möglichkeit, die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu "heilen". Mit geeigneten Therapieansätzen ist es Patienten mit
ADHS jedoch möglich, ein weitgehend "normales" Leben zu führen.
Zur Bewältigung der
Alltagsschwierigkeiten, die Menschen mit ADHS haben, bedarf es meist einer Kombination aus
medikamentöser,
psychologischer und pädagogischer Behandlung durch
Experten unterschiedlicher Fachrichtungen. Hausärzte und Kinderärzte, Kinder- und Jugendpsychiater, Psychotherapeuten, bzw. Nervenärzte sowie Pädagogen, z. B. Lehrer, und nicht zuletzt Eltern sollten eng zusammenarbeiten, um einen dauerhaften Therapieerfolg zu gewährleisten (1).
Für
Kinder,
Jugendliche und
Erwachsene mit ADHS eignen sich die unterschiedlichsten psychologischen Behandlungsformen. Die Wahl der Therapie richtet sich nach dem Alter und der Ausprägung der Erkrankung. Um eine passende Behandlungsform zu finden, bedarf es einer gründlichen
Diagnosestellung und einer umfangreichen Erfassung der Vorgeschichte (Anamnese) des Patienten durch den behandelnden Arzt. Für den Erfolg einer Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen ist entscheidend, dass der Patient gut über seine Erkrankung informiert, aufgeklärt und für die Behandlung offen und bereit ist, da andernfalls die Akzeptanz einer psychologischen Therapie gering sein wird (2).
Auch Kinder sollten altersgerecht über ihre Erkrankung aufgeklärt werden. Das allein sichert aber noch nicht den Therapieerfolg. Vor allem bei Kindern, aber auch bei Jugendlichen und Erwachsenen, hängt der Erfolg einer Therapie eng mit dem Empfinden persönlicher Sympathie oder Ablehnung gegenüber dem Therapeuten zusammen. Findet der Therapeut keinen Zugang zu seinem Patienten oder zeigt sich der ADHS-Patient nicht kooperationsbereit, wird die Therapie wenig oder keinen Erfolg haben (2).
ADHS ist ursächlich nicht auf ungelöste innerliche Konflikte zurückzuführen, eine psychologische Behandlung ist dennoch angezeigt. Die Erkrankung beeinflusst das Verhalten eines Menschen, das auf andere meist sehr negativ wirkt und die Patienten häufig an den Rand der Gesellschaft drängt. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS sind durch die speziellen Erfahrungen mit ihren Mitmenschen meist stark beschädigt. Je später mit einer psychologischen Behandlung begonnen wird, desto mehr Demütigungen und Kränkungen musste der Patient im Laufe seines Lebens erfahren und umso schwieriger wird die Aufarbeitung in einer Therapie(3).
Eine
psychologische Behandlung sollte generell zum Ziel haben, Fähigkeiten bei dem ADHS-Patienten zu entwickeln, die es ihm ermöglichen, besser mit der Erkrankung und deren
Symptomen zurecht zu kommen. Oft ist die zusätzliche Behandlung mit einem Medikament, z. B. einem Psychostimulanz angezeigt. Langfristig wird sich eine individuell abgestimmte Kombination aus medikamentöser, psychologischer und bei Kindern und Jugendlichen auch pädagogischer Behandlung für die meisten ADHS-Patienten am vorteilhaftesten auswirken (4, 5).
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